Ein Forschungsinstitut an der Frankfurter Universität sieht beim Finanzwissen junger Hessinnen und Hessen große Lücken. Zugleich sei ihr Interesse an Finanzthemen sehr groß, teilte Christine Laudenbach vom Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE der Deutschen Presse-Agentur mit.
Hessen will aus diesen Gründen die Zahl seiner sogenannten Zukunftstage mit der Vermittlung von praktischem Finanzwissen für Auszubildende steigern, wie das Finanzministerium in Wiesbaden erklärt. Es organisiert diese außerschulischen Workshops gemeinsam mit Partnern.
Studie: Viele jüngere Bürger legen regelmäßig Geld zurück
Finanzforscherin Laudenbach verweist auf die vom Land in Auftrag gegebene Studie "Hessenmonitor für Finanzkompetenz 2025". 43 Prozent der dafür fast 500 befragten 18- bis 35-Jährigen seien bereits am Aktienmarkt aktiv. "87 Prozent halten Sparen für wichtig, mehr als die Hälfte legt regelmäßig Geld zurück", ergänzt die Abteilungsleiterin.
"Beim grundlegenden Finanzwissen sehen wir jedoch deutliche Defizite. Dieses Wissen wird häufig mit drei Fragen zu Zinseszins, Inflation und Risikostreuung gemessen", erläutert Laudenbach. "Vor allem Personen mit niedrigerem Bildungsstand und Frauen schnitten hier in der Umfrage schlechter ab." Gleichzeitig beschäftigten viele junge Menschen finanzielle Sorgen wie hohe Mieten, Verschuldung und die Angst vor Armut.
Wie nützlich sind digitale Angebote für das Finanzwissen?
Familie, Freunde und eigene Erfahrungen sind für junge Menschen laut Laudenbach weiterhin die wichtigsten Informationsquellen zu Finanzfragen, gefolgt von sozialen Medien und dem Internet. Neobroker, KI-Assistenten, Robo-Advisors: Digitale Angebote könnten helfen, Finanzwissen genau dann zu vermitteln, wenn es gebraucht werde. "Gleichzeitig ist es eine große Herausforderung, dass junge Menschen die Qualität und Vertrauenswürdigkeit dieser Informationen richtig einschätzen können", betont die Finanzexpertin.
Studie "Hessenmonitor für Finanzkompetenz 2025"