Mit einer neuen Strategie will Hessens Sozialministerin Heike Hofmann (SPD) Wohnungs- und Obdachlosigkeit im Bundesland entgegenwirken. "Housing First" nennt sich der Ansatz, der betroffenen Menschen dauerhaft einen Zugang zu Wohnraum verschaffen soll - und das ohne Vorbedingungen. "Wohnungs- und Obdachlosigkeit ist eine der drängenden sozialen Herausforderungen unserer Zeit - natürlich insbesondere für die Betroffenen", erklärte Hofmann in Wetzlar. Ihre Bewältigung fordere aber auch die Kommunen, die freien Träger und das Land.
In Wetzlar übergab Hofmann einen Förderbescheid an die Wohnraumhilfe Lahn-Dill, die ein solches Housing-First-Vorhaben bereits betreibt. Im Rahmen des Projekts würden die Menschen, die den Wohnraum in Anspruch nehmen, professionell von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern begleitet und abgesichert. "Sie erhalten Hilfe im Umgang mit Behörden oder praktische Unterstützung im Alltag", so Hofmann.
Zunächst fördert das Land das Vorhaben mit rund 57.000 Euro, insgesamt sei für das Projekt in diesem sowie in den beiden kommenden Jahren eine Förderung von jeweils bis zu 150.000 Euro vorgesehen. "Planungssicherheit ist eine zentrale Voraussetzung für tragfähige Angebote, die Menschen nicht nur kurzfristig unterstützen, sondern ihnen dauerhafte Perspektiven eröffnen", erklärte die Ministerin.