Tarifstreit
Nahverkehr steht still: Warnstreik in Kassel hat begonnen

Wegen eines Warnstreiks fahren in Kassel am Freitag keine Busse und Straßenbahnen. Auch die RegioTram ist betroffen. (Symbolbild
Wegen eines Warnstreiks fahren in Kassel am Freitag keine Busse und Straßenbahnen. Auch die RegioTram ist betroffen. (Symbolbild) Foto
© Robert Michael/dpa
Wegen eines Warnstreiks fahren in Kassel weder Busse noch Straßenbahnen. Auch die RegioTram ist betroffen. Was das für Pendler bedeutet und welche Ausweichmöglichkeiten es gibt.

In Kassel hat in der Nacht der angekündigte Warnstreik im Nahverkehr begonnen. Die Beschäftigten der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) hätten pünktlich zum Beginn der Frühschicht um 3.30 Uhr die Arbeit niedergelegt, sagte der zuständige Sekretär der Gewerkschaft Verdi, Olaf Schüssler. Er sprach am Morgen von einer sehr guten Beteiligung. "Insgesamt rechnen wir mit rund 500 Teilnehmern", erklärte er. Der Ausstand ist für den ganzen Tag bis zum Ende der Spätschicht in der Nacht geplant. 

Pendler in und um Kassel müssen wegen des Warnstreiks starke Nerven haben: Neben dem kompletten Ausfall aller Bus- und Straßenbahnlinien in Kassel sind auch die Bahnen der RegioTram Gesellschaft (RTG) betroffen. Denn die Arbeitsniederlegung umfasst auch die KVG-Abteilungen Leitstelle und Werkstatt. Wenn diese sicherheitsrelevanten Bereiche nicht arbeiten, dürften auch keine RegioTrams fahren, teilte die RTG mit.

Im Stadtgebiet Kassel stehen laut der KVG als Ausweichmöglichkeiten verschiedene regionale Bus- und Zugverbindungen zur Verfügung, die unabhängig vom Warnstreik verkehren. Die Verkehrsgesellschaft empfiehlt allen Fahrgästen, sich frühzeitig über die Medien und die Informationskanäle des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) über den aktuellen Stand zu informieren.

Verdi beklagt "Angriff" auf Tarifwerk

Grund für den Warnstreik bei der KVG ist laut Verdi der "Eklat" am Ende der dritten Runde der Tarifverhandlungen. "Buchstäblich in letzter Minute der Verhandlungen haben die Arbeitgeber aus heiterem Himmel einen regelrechten Angriff auf unser Tarifwerk gestartet", erklärte der zuständige Gewerkschaftssekretär Olaf Schüssler. 

So solle die Aufstockung des Krankengelds gestrichen werden. "Sie wollen denen, die wegen Krankheit ohnehin schon stark belastet sind, auch noch ihre Zuschüsse streitig machen." Zudem solle die tarifliche Zulage zur Mitarbeitergewinnung künftig mit Tariferhöhungen verrechnet werden. "Das heißt, die Kolleginnen und Kollegen sollen sich deutlich verschlechtern. Darauf kann es nur eine Antwort geben: Streik."

Die ÖPNV-Verhandlungen werden von Verdi parallel in allen Bundesländern geführt. Es geht in Hessen nicht um die Gehälter der Beschäftigten, sondern um die Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag.

dpa

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