Winterwetter Sturmtief "Elli" bringt Pistenspaß und Glättestress

Laster verursachen lange Staus. Foto: Rene Kunze/OSTHESSEN|NEWS/dpa
Laster verursachen lange Staus. Foto
© Rene Kunze/OSTHESSEN|NEWS/dpa
Glätte, Eis und Schnee sorgen in Teilen Hessens für Behinderungen und Unfälle mit Verletzten. Tief "Elli" bringt aber auch winterliche Landschaften und bessere Wintersportmöglichkeiten.

Sturmtief "Elli" hat in Teilen Hessens glatte Straßen, Winterlandschaften und beste Bedingungen in den Skigebieten gebracht.

Winterliche Straßenverhältnisse brachten zunächst den Verkehr auf Autobahnen zum Erliegen. In Osthessen waren laut Polizeipräsidium vorübergehend drei Autobahnen in beide Richtungen blockiert: die A7, die A4 und die A5. Grund waren nach Angaben eines Sprechers festgefahrene und querstehende Lastwagen. Nach langen Staus entspannte sich ab dem Mittag die Situation. Bei Glätteunfällen gab es mehrere Verletzte.

Wie war die Situation auf den Straßen?

Die A4 war am Vormittag zwischen Kirchheimer Dreieck und Friedewald (Kreis Hersfeld-Rotenburg) blockiert, die A5 vom Hattenbacher Dreieck bis Alsfeld Ost (Vogelsbergkreis), die A7 zwischen Homberg und Bad Hersfeld. "Das Problem ist der Schwerlastverkehr", sagte der Polizeisprecher. Lkw-Fahrer wurden aufgefordert, die Autobahnen zu verlassen und Rastplätze anzufahren. Räumfahrzeuge und das Technische Hilfswerk waren im Einsatz.

Schwerpunkt war nach Angaben des Sprechers die A4. Dort hätten sich gleich vier Sattelzüge "neben der Fahrspur eingegraben". Auf der A7 war schon am frühen Morgen ein Lkw umgekippt und auf dem Seitenstreifen liegengeblieben. Auf der A5 rutschte ein Sattelzug von der Fahrbahn. Zunächst kamen Autos noch mit langsamer Geschwindigkeit voran, später bildeten sich überall Staus. 

Auch die A45 bei Wetzlar musste wegen eines Unfalls mit drei beteiligten Lastern zeitweise gesperrt werden. Ein 29 Jahre alter Fahrer eines Sattelzuges bremste sein Fahrzeug ab, weil er wegen glatter Fahrbahn ins Schlingern geriet. Zwei weitere Laster fuhren in den abbremsenden Sattelzug und versperrten schließlich am frühen Freitagmorgen die Fahrbahn. Die Fahrer blieben unverletzt.

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Mehrere Verletzte bei Unfällen

Auf Bundes- und Landstraßen in Osthessen gab es am Freitagmorgen Unfälle, wie die Polizei berichtete. Bei Freiensteinau verlor ein 32-Jähriger bei winterlichen Straßenverhältnissen die Kontrolle über sein Fahrzeug und krachte in ein entgegenkommendes Auto mit zwei Insassen. Alle drei Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. 

Bei Schlitz (Vogelsbergkreis) gab es einen Unfall mit drei Fahrzeugen. Dabei wurde laut Polizei eine Person leicht verletzt. Bei einem Unfall auf der A7 wurde der Fahrer eines umgestürzten Lasters ebenfalls leicht verletzt. In Nordhessen kam es nach Angaben einer Polizeisprecherin bis zum Vormittag zu rund einem Dutzend Glätteunfällen mit drei Leichtverletzten. 

Probleme bei Bus und Bahn

Nach einer vorübergehenden Einstellung des Fernverkehrs bei der Bahn wegen des Schneesturms in Norddeutschland waren auch Ziele in Hessen betroffen. So fuhren keine Züge auf den Strecken Frankfurt - Hannover und Berlin - Kassel, wie die Bahn mitteilte. Auf anderen Strecken wurde die Höchstgeschwindigkeit reduziert. 

Auch im öffentlichen Nahverkehr sorgte das Winterwetter mancherorts für Probleme. Laut dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) war in einigen Teilen des RMV-Gebiets aufgrund von gefrierender Nässe, Eis und Neuschnee mit Verspätungen und Ausfällen zu rechnen.

In Nordhessen gab es nach Angaben der Verkehrsbetriebe wenig Einschränkungen. "Es gab zu Betriebsbeginn ganz leichte Störungen auf einer Tramstrecke und bei Steigungsstrecken für Busse", berichtete ein Sprecher der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG). 

Betrieb am Frankfurter Flughafen stabil

Das Winterwetter hatte zunächst keine größeren Auswirkungen auf den Betrieb am Frankfurter Flughafen. Wie eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport mitteilte, gab es am Morgen keine Einschränkungen bei Starts und Landungen. Die Wetterlage sollte im Tagesverlauf weiter sorgfältig beobachtet werden, vor allem mit Blick auf den Wind. "Wir werden situativ entscheiden, wie es weitergeht", sagte die Sprecherin. 

Auf dem Flughafen wurde aber der Betrieb der Sky Line-Bahn "aufgrund von Glättebildung" eingestellt. Zwischen Terminals verkehrte ein Busersatzverkehr. Der Betreiber bat wegen der Wetterlage alle Passagiere vorsorglich, sich am Freitag und Samstag drei Stunden vor Abflug im Terminal einzufinden und vor der Anreise den Flugstatus zu überprüfen. Alleine für den Freitag wurden am größten deutschen Flughafen rund 1.100 Starts und Landungen mit insgesamt 146.000 Fluggästen erwartet.

Winterwetter und Freizeitspaß

Dem Deutschen Wetterdienst zufolge wird es am Samstag andauernden leichten Schneefall geben, der sich im Tagesverlauf von Norden her abschwächt. In der Nacht zum Sonntag kann es örtlich bis zu minus 13 Grad und verbreitet Glätte durch überfrierende Nässe geben. Der Sonntag bringt dann schönes Winterwetter und lädt am letzten Ferientag zu Spaziergängen ein. Es wird überwiegend heiter und bleibt niederschlagsfrei. Allerdings sollte man sich bei Dauerfrost dick einpacken. 

Weiße Pisten durch Neuschnee

Rechtzeitig zum Wochenende und vor dem Ende der Schulferien in Hessen kommen Ski- und Rodelfans in den beiden größten hessischen Wintersportgebieten voll auf ihre Kosten. Neuschnee sorgt sowohl im nordhessischen Willingen als auch auf der Wasserkuppe für Winterstimmung und weiße Pisten.

Auf der Wasserkuppe in der Rhön, Hessens höchstem Berg (950 Meter), sollte die beleuchtete 600 Meter lange Rodelbahn samt Schlittenlift geöffnet werden. Am Wochenende werde zusätzlich der Panoramalift in Betrieb genommen, berichtet Jeremias Kümpel von der Wiegand Erlebnisberge GmbH, die die Ski- und Rodelarena an der Wasserkuppe betreibt. 

Geöffnet ist nach Angaben der Tourismusagentur Rhön GmbH zudem der Skilift am Zuckerfeld in Obernhausen. Für Langlauffans sei die Loipe am Loipenzentrum Rotes Moor bei Gersfeld präpariert. 

"Wir haben traumhafte Bedingungen", sagte Jörg Wilke, Sprecher des Skigebiets Willingen (Landkreis Waldeck-Frankenberg). Die Landschaft um die Pisten herum sei tief verschneit mit etwa 30 Zentimeter Naturschnee. Auf den Pisten selbst lägen gut 80 Zentimeter Kunst- und Naturschnee. 

In dem Skigebiet laufen aktuell alle 12 Lifte, 19 Pisten sind geöffnet und 10 Loipen gespurt. Schlittenfahrer sind auf der Dorfwiese und am Ritzhagen willkommen. In den vergangenen Tagen sei das Wintersportgebiet gut besucht gewesen, berichtete Wilke. "Es war aber nicht erdrückend voll."

dpa