CDU und AfD in Mecklenburg-Vorpommern fühlen sich bestärkt durch den Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Der CDU-Landesvorsitzende Daniel Peters erklärte: "Wir nehmen diesen Rückenwind und die Lehren aus Stuttgart mit, um in Mecklenburg-Vorpommern deutlich zu machen, dass nur die CDU das Bollwerk gegen die Ränder von links und rechts ist. Wir sind die prägende Kraft der politischen Mitte."
Die CDU wurde am Sonntag in Baden-Württemberg laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis Zweiter knapp hinter den Grünen. Die CDU erhielt 29,7 Prozent der Stimmen, die Grünen bekamen 30,2 Prozent.
AfD-Landeschef: Starkes Signal für Superwahljahr
Die AfD konnte ihr Ergebnis in Baden-Württemberg auf 18,8 Prozent fast verdoppeln. Dieses Ergebnis liefere ein "starkes Auftaktsignal für dieses Superwahljahr", erklärte der MV-Landesvorsitzende Leif-Erik Holm. "Manuela Schwesig kann sich schon mal warm anziehen. Wir freuen uns auf den 20. September."
Die SPD schaffte es in Baden-Württemberg nur knapp über die Fünf-Prozent-Hürde (5,5 Prozent). In Mecklenburg-Vorpommern, wo die Sozialdemokraten im Landtag stärkste Kraft sind und mit Manuela Schwesig die Ministerpräsidentin stellen, liegt die SPD in der jüngsten Umfrage für die Landtagswahl am 20. September bei 23 Prozent - weit hinter der AfD, die in der Umfrage vom Februar 37 Prozent Zuspruch erhielt. Die CDU kam in dieser Umfrage auf 13 Prozent, die Linke auf 11 Prozent.
SPD-Generalsekretär: Schwerer Stand im Südwesten
Der SPD-Generalsekretär in MV, Julian Barlen, erklärte den Absturz der SPD im Südwesten so: "Die SPD hatte bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg einen schweren Stand und kaum Chancen, weil sich der Wahlkampf nahezu vollständig auf die Zuspitzung zwischen Grünen und CDU konzentriert hat."
Die FDP flog am Sonntag in Baden-Württemberg aus dem Landtag. Dasselbe droht den Liberalen laut den jüngsten Wahlumfragen im September auch im Nordosten. "Wir erleben derzeit eine starke Polarisierung der politischen Diskussion. Wahlkämpfe und Berichterstattung werden häufig auf die Frage reduziert, wer Ministerpräsident oder Kanzler wird", analysierte der MV-FDP-Generalsekretär Christian Bartelt.
FDP: Polarisierung der politischen Diskussion
Dabei gerieten Inhalte und Programme schnell in den Hintergrund. Gerade liberale Politik, die auf differenzierte Lösungen und pragmatische Ansätze setze, habe es in einem solchen Umfeld schwerer, Gehör zu finden.
Wie unterschiedlich die Ausgangslagen der Parteien sein können, zeigt das Beispiel der Grünen: Während in Baden-Württemberg ihr Spitzenkandidat Cem Özdemir voraussichtlich Ministerpräsident wird, ist die Partei in Mecklenburg-Vorpommern bei der jüngsten Wahlumfrage vom Februar unter der Fünf-Prozent-Hürde geblieben.