Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat nach eigenen Angaben Klage eingereicht gegen das Nein des Schweriner Innenministeriums zum gewählten Vize-Landrat Jens Kreutzer (BSW). Den Schritt hatte der Landkreis zuvor angekündigt. Entsprechend einem Kreistagsbeschluss von Anfang Februar sei die Klage fristgerecht beim Verwaltungsgericht Schwerin eingereicht worden, teilte ein Sprecher des Landkreises mit. Eine Anfrage an das Gericht blieb zunächst offen. Zuvor hatte der NDR berichtet.
Kreutzer war im Dezember 2025 zum Beigeordneten und zweiten Stellvertreter des Landrats des flächenmäßig größten deutschen Landkreises gewählt worden. Das von Christian Pegel (SPD) geführte und für die Kommunalaufsicht zuständige Innenministerium in Schwerin hatte seiner Berufung widersprochen.
Kreutzer sei für das kommunale Spitzenamt nicht ausreichend qualifiziert, hieß es. Das hatte für Wirbel gesorgt. Gefordert würden etwa Kenntnisse in den Bereichen Kommunal- und Verwaltungsrecht, Ordnungs- und Asylrecht, Brand- und Katastrophenschutz, einschließlich Rettungsdienst, sowie im Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsrecht.
Der BSW-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Maik Michalek, hatte von einem "politischen Skandal" gesprochen. An Kreutzers Eignung gebe es keinerlei Zweifel. Stattdessen werde eine Eignungsdebatte geführt, "die so willkürlich ist wie absurd". Auch BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hatte dem Schweriner Innenministerium bereits Willkür vorgeworfen.