Die von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) geplante Videoüberwachung in Schlachthöfen greift aus der Sicht seiner niedersächsischen Amtskollegin zu kurz. "Diese Ankündigung kommt zwar spät, ist aber grundsätzlich zu begrüßen", sagte Agrarministerin Miriam Staudte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Die Grünen-Politikerin betonte aber: "Auch ein Ende der Anbindehaltung oder ein durchsetzungsfähiges Verbot von Qualzuchten sind überfällig."
Zustimmung vom Landvolk
Das Landvolk Niedersachsen unterstützt dem Bericht zufolge die geplante Videoüberwachung. Rainer hatte kurz vor Weihnachten einen Gesetzentwurf zur Videoüberwachung in Schlachthöfen angekündigt. "Ab einer bestimmten Größe wird es eine verpflichtende Videoüberwachung geben. Kleinere Schlachtstätten werden ausgenommen", sagte er.
Bislang sei das freiwillig. Er sehe das als Qualitätsmerkmal für die Schlachtbetriebe, sagte Rainer. "Und wenn es Unregelmäßigkeiten gibt, dann hilft das auch den Veterinärbehörden vor Ort."
"Wir haben nichts gegen Transparenz und behördliche Kontrollsysteme, durch die unsere hohen Standards gefestigt werden. Aber kleinere Schlachtbetriebe dürfen durch zusätzliche Kosten und Bürokratie nicht belastet werden", sagte Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers der Zeitung. Eine verpflichtende Videoüberwachung könne helfen, das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher zu stärken.
Tierschützer sind skeptisch
Skeptisch reagierten Tierschützer: "Die angekündigte Videoüberwachung in Schlachthöfen wird aus unserer Sicht leider nicht besonders viel bewirken", sagte Anna Schubert, Sprecherin von Animal Rights Watch, der Zeitung. "Durch die Akkordarbeit werden Tiere gequält, und jedes Tier kämpft ums Überleben. Das wird niemals harmlos ablaufen, und daran wird eine Videoüberwachung auch nichts ändern", sagte sie.