"Stunde der Wintervögel" Vogelzählen im Winter: Weniger Haussperlinge in NRW

Erfreuliche Nachrichten für den Nabu: In diesem Jahr haben wieder mehr Menschen beim Zählen der Vögel mitgemacht. (Archivbild) F
Erfreuliche Nachrichten für den Nabu: In diesem Jahr haben wieder mehr Menschen beim Zählen der Vögel mitgemacht. (Archivbild) Foto
© Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa
Der Nabu sieht Anlass zur Sorge - denn der Haussperling zeigt hohe Verluste auf. Andere Vogelarten konnten sich dagegen in Nordrhein-Westfalen erholen.

Der Haussperling kommt in den Gärten Nordrhein-Westfalens nicht mehr so häufig vor. Das zeigen die Ergebnisse der diesjährigen Wintervogelzählung des Naturschutzbundes Nabu. Der Haussperling werde vom Gewinnervogel, der Kohlmeise, sowie der Blaumeise überholt und rutsche somit auf Platz drei.

Im Vergleich zum Vorjahr seien 26 Prozent weniger Haussperlinge in den Gärten NRWs gesichtet worden. "In den städtischen Ballungsräumen hierzulande wurde er schon immer seltener beobachtet als im Umland. Dass die Sichtungen nun auch in der Fläche einbrechen, macht uns große Sorgen", sagt Christian Chwallek, Vogelexperte beim Nabu NRW.

Freude über Anstieg des Wintergoldhähnchens

Kohlmeise, Amsel, Buchfink und Rotkehlchen hätten sich im Vergleich zum Vorjahr aber erholen können. Zuversichtlich stimme den Nabu NRW außerdem der Anstieg des Wintergoldhähnchens, dem "kleinsten Vogel Europas", wie dieser mitteilt. Das kleine Tier verbringe den gesamten Winter hierzulande und lebe in Nadel- und Mischwäldern. Bei geringem Futterangebot suche es gerne Gärten und Parks in seinem Umkreis auf. Das führe zu einem erhöhten Aufkommen in waldreichen Kreisen wie Olpe, dem Oberbergischen Kreis oder dem Ennepe-Ruhr-Kreis, erklärt Chwallek.

Dass einige Vogelarten wie der Gimpel oder der Kernbeißer in den Gärten weniger gesichtet wurden als im Jahr zuvor, sei nicht immer ein schlechtes Zeichen, weiß der Vogelexperte. Dies spreche für eine ausreichende Futterlage in den natürlichen Lebensräumen der Tiere.

Vögel als Indikator für den negativen Wandel der Natur?

Zum 16. Mal hat der Naturschutzbund die Menschen dazu aufgerufen, die Vögel im eigenen Garten oder im Park zu beobachten und die Zahlen weiterzugeben. Der Nabu NRW freut sich nach eigenen Angaben über eine rege Teilnahme in diesem Jahr: Über 26.000 Menschen zählten in rund 19.000 Gärten in NRW mehr als 560.000 Vögel. Im vergangenen Jahr hatten sich rund 20.000 Menschen beteiligt.

Was Vogelfreunde darüber hinaus aber stark beunruhige, sei der seit Jahren beobachtete Rückgang an gezählten Vögeln im heimischen Garten. So vermutet der Nabu NRW, dass Krankheiten, Flächennutzung und der Verlust von Lebensräumen den kleinen Lebewesen stark zusetzen. Heute würden nur noch 30 Vögel pro Garten in NRW gezählt - bislang habe der Durchschnitt bei 40 Tieren gelegen. Eine Zahl, die gering wie nie sei, warnt der Nabu NRW.

dpa