An drei Orten in Nordrhein-Westfalen wollen am Abend Atomkraftgegner gegen den zweiten Castor-Transport von Jülich nach Ahaus demonstrieren. Die Anti-Atomkraft-Initiativen rechnen damit, dass der Transport in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch stattfindet. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.
Wie die Gruppierungen mitteilten, soll es vor dem Forschungszentrum Jülich ab 18.00 Uhr eine Mahnwache geben. In Bottrop ist ab 20.30 Uhr ebenfalls eine Mahnwache an der Autobahn 2 geplant, und zwar an einer Brücke über der Autobahn in Sichtweite der mutmaßlichen Transportstrecke.
Symbolische Sitzblockade in Ahaus geplant
In Ahaus wollen die Gegner nach einer Kundgebung am Rathaus (18.00 Uhr) ebenfalls zur Transportstrecke ziehen. An einer bestimmten Kreuzung soll es dann eine symbolische Sitzblockade geben. Anschließend wollen sie weiter zum Zwischenlager Ahaus laufen. Bis zum Eintreffen des Transports wollen die Atomkraftgegner dort ebenfalls eine Mahnwache abhalten. Die Polizei Münster bestätigte die Anmeldung der Proteste, ohne jedoch den Transport selbst zu bestätigen.
Der erste Transport eines Atommüll-Behälters von Jülich nach Ahaus hatte in der Nacht vom 24. auf den 25. März stattgefunden. Der stark gesicherte Transport war ohne besondere Zwischenfälle verlaufen.
Insgesamt müssen 152 Castor-Behälter nach Ahaus
Insgesamt sollen 152 Behälter nach Ahaus gebracht werden. Hintergrund ist die Anordnung der NRW-Atomaufsicht aus 2014, das Zwischenlager in Jülich zu räumen.
In den Behältern transportiert werden sollen insgesamt gut 288.000 tennisballgroße Brennelemente aus einem Versuchsreaktor. Der Reaktor war ein Kugelhaufen-Hochtemperaturreaktor. Die Anlage war von 1967 bis 1988 in Betrieb.
Die Brennstoffe in den Kugeln geben weiterhin radioaktive Strahlung ab und wären außerhalb der Castor-Behälter hochgefährlich. Ein beladener Castor-Behälter wiegt rund 27 Tonnen, ein Sattelzug mitsamt einem vollen Behälter knapp 130 Tonnen.