Champions League
Mammut-Aufgabe gegen Arsenal: Bayers Wiedersehen mit Havertz

Kai Havertz kehrt erstmals für ein Pflichtspiel nach Leverkusen zurück. Foto: Kin Cheung/AP/dpa
Kai Havertz kehrt erstmals für ein Pflichtspiel nach Leverkusen zurück. Foto
© Kin Cheung/AP/dpa
Kai Havertz kehrt als Arsenal-Star nach Leverkusen zurück - und trifft auf alte Freunde. Kann Bayer gegen den Top-Favoriten mit einer ganz besonderen Stärke überraschen?

Für Bayer Leverkusen ist es die bisher wichtigste und schwerste Prüfung dieser Saison, für Kai Havertz ein ganz besonderes Wiedersehen. Wenn der deutsche Nationalspieler an diesem Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN) mit dem FC Arsenal zu seinem Ausbildungsclub zurückkehrt, wollen die Leverkusener zum Start in eine Kracher-Woche beweisen, dass sie auch mit den ganz Großen des europäischen Fußballs mithalten können. Bayer 04 will erstmals seit 24 Jahren wieder ins Viertelfinale der Champions League.

"Es ist eine sehr große Aufgabe, aber wir sind bereit", sagte Trainer Kasper Hjulmand mit Blick auf das Kräftemessen mit dem englischen Tabellenführer. Die Londoner seien "vielleicht die beste Mannschaft Europas". Und trotzdem: "In einem Spiel oder in zwei Spielen kann alles passieren. Wir haben sehr viel Qualität in unserem Kader." Der zuletzt ausgefallene Mittelstürmer Patrik Schick steht dem Coach wieder zur Verfügung.

Rolfes: Arsenal "ein Top-Favorit auf den Titel"

Für Bayer 04 heißt es: Bange machen gilt nicht. "Das ist das, wofür man in der Champions League antritt", sagte Leverkusens Sportgeschäftsführer Simon Rolfes. "Arsenal ist in der Champions League wie in der Premier League ein Top-Favorit auf den Titel und deshalb macht es Spaß, sich mit ihnen zu messen."

In der Champions League gewann das Team vom Trainer Mikel Arteta in dieser Spielzeit bislang jede Partie - schlug unter anderem den FC Bayern München mit 3:1. Auch im FA Cup sind die Londoner noch dabei, stehen zudem im Ligapokalfinale gegen Manchester City. Das Quadrupel aus vier Titeln ist möglich.

2014er-Weltmeister Mustafi: "Mit und ohne Ball sehr dominant"

Anders als häufig in den vergangenen Jahren soll dem Traditionsclub diesmal in der entscheidenden Saisonphase nicht die Kraft ausgehen. Allein auf Patzer des Gegners zu hoffen, kann für die Leverkusener vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der BayArena aber natürlich keine Strategie sein.

"Arsenal spielt mit und ohne Ball sehr dominant und wird von Beginn an Druck ausüben", sagte der langjährige Arsenal-Spieler und 2014er-Weltmeister Shkodran Mustafi der "Bild". Der 33-Jährige ergänzte: "Leverkusen muss mutig in den Eins-gegen-Eins-Situationen sein, ballsicher bleiben und über die Tiefe attackieren. Dann ergeben sich Räume, in denen Arsenal verwundbar ist."

Besonders stark sind die Gunners zudem bei Standardsituationen. Vor allem die Arsenal-Ecken sind in der ganzen Premier League gefürchtet. In Alejandro Grimaldo verfügt Bayer 04 allerdings ebenfalls über einen Ausnahmekönner bei ruhenden Bällen.

Topstürmer aus Schweden

Das Hjulmand-Team, das zwischen Hin- und Rückspiel auch noch den FC Bayern in der Bundesliga empfängt, muss sich auf eine hinten stabile und vorne variable und extrem torgefährliche Mannschaft einstellen. Sowohl in der Premier League als auch in der Ligaphase der Champions League kassierten die Gunners die wenigsten Gegentore. Zudem traf in beiden Wettbewerben kein Team öfter als Arsenal.

Der schwedische Topstürmer Viktor Gyökeres, der im Sommer von Sporting Lissabon in die britische Hauptstadt wechselte, hat sich glänzend eingelebt und ist der beste Arsenal-Torschütze in der Premier League. Der 27-Jährige dürfte auch in Leverkusen zunächst den Vorzug vor Havertz im Angriffszentrum erhalten.

Havertz zuletzt mit viel Verletzungspech

Der deutsche WM-Hoffnungsträger, der mehr als die Hälfte der Saison wegen einer Knieverletzung verpasst hat, wurde von Arteta nach Muskelproblemen zuletzt hauptsächlich als Einwechselspieler eingesetzt. In seiner früheren Heimat und vor den Augen zahlreicher Freunde dürfte der 26-Jährige besonders motiviert sein.

Havertz kam als Zehnjähriger nach Leverkusen. Bei den Rheinländern feierte er sein Profidebüt und wurde zum Nationalspieler. 2020 wechselte er zunächst zum FC Chelsea, drei Jahre später zum FC Arsenal.

Erstmals kehrt der vielseitige Offensivmann nun für ein Pflichtspiel an alte Wirkungsstätte zurück. "Mit Sicherheit wird er - er kommt ja hier aus der Ecke - viele Karten brauchen", sagte Rolfes bereits kurz nach der Auslosung bei Sky über den gebürtigen Aachener.

dpa