Kernkraft
Polizei zieht positive Bilanz nach Castor-Großeinsatz

Der Lkw mit dem Castor hat das Jülicher Forschungszentrum einige Minuten nach 22.00 Uhr verlassen. Foto: Oliver Berg/dpa
Der Lkw mit dem Castor hat das Jülicher Forschungszentrum einige Minuten nach 22.00 Uhr verlassen. Foto
© Oliver Berg/dpa
Ohne größere Zwischenfälle hat der erste Castor-Transport von Jülich nach Ahaus sein Ziel erreicht. Die Polizei spricht von einem erfolgreichen Großeinsatz.

Die Polizei hat nach dem weitgehend störungsfreien Atommüll-Schwerlasttransport durch Nordrhein-Westfalen eine positive Bilanz des Großeinsatzes gezogen. Der erste Castor-Transport von Jülich nach Ahaus im Münsterland sei am späten Dienstagabend ohne besondere Zwischenfälle verlaufen, teilte die Polizei Münster mit. Insgesamt sollen in nächster Zeit 152 Castor-Behälter verlagert werden. 

An einer Demonstration von Atomkraftgegnern in Jülich nahmen laut Polizei 27 Personen teil, an zwei Demonstrationen in Ahaus beteiligten sich demnach insgesamt rund 380 Menschen. Zu einer weiteren Versammlung in Duisburg kamen laut Polizei 15 Teilnehmer. Die Aktionen seien störungsfrei verlaufen.

Konvoi kam um 2 Uhr nachts ans Ziel

Auf der 170 Kilometer langen Strecke von Jülich nach Ahaus sei es zeitweise zu Verkehrsbehinderungen gekommen, hieß es. Diese seien durch den Transport bei Nacht so gering wie möglich gehalten worden. Der Konvoi erreichte gegen 2.00 Uhr das Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus.

Münsters Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf dankte den Einsatzkräften und auch den friedlich Demonstrierenden. "Die Transporte sind für uns ein Marathon", sagte Dorndorf. "Für unser Einsatzkonzept ist es ein gutes Zeichen, dass der erste Transport sicher sein Ziel erreicht hat."

2.400 Polizisten im Einsatz

Der Konvoi mit dem Castor-Behälter und etwa 100 Fahrzeugen hatte rund vier Stunden nach dem Start im rheinischen Jülich das Zwischenlager in Ahaus erreicht. Bei dem Großeinsatz waren etwa 2.400 Polizeibeamte eingebunden. 

Insgesamt rund 300.000 Brennelemente-Kugeln aus dem früheren Versuchsreaktor Jülich sollen über einen längeren Zeitraum nach Ahaus verlagert werden. Mit 152 Castor-Behältern handelt es sich um einen der größten Atommüll-Transporte auf der Straße seit Jahrzehnten.

dpa

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