Reisezeit ist Stauzeit
Wie komme ich am besten mit dem Auto zum Feiertag voran?

Die Autobahn GmbH sagt für Mittwochnachmittag in ihrem bundesweiten Ausblick erhebliche Verkehrsbehinderungen vorher. (Archivbil
Die Autobahn GmbH sagt für Mittwochnachmittag in ihrem bundesweiten Ausblick erhebliche Verkehrsbehinderungen vorher. (Archivbild) Foto
© Henning Kaiser/dpa

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Etwas später losfahren kann die Nerven beim Autofahren schonen. Wer hingegen direkt nach der Schule ins lange Wochenende startet, muss mit Staus auf den Autobahnen rechnen. Was sind die Alternativen?

Wer Fronleichnam für einen Kurzurlaub oder Familienbesuch mit dem Auto nutzen will, sollte einen Start am Mittwochnachmittag möglichst vermeiden. Die Staugefahr ist laut einer Stauprognose des ADAC zwischen 13 und 18 Uhr am Mittwoch am größten. Denn dann treffen erfahrungsgemäß Berufspendler und erste Kurzurlauber auf den Autobahnen aufeinander.

Auch die Autobahn GmbH sagt für Mittwochnachmittag in ihrem bundesweiten Ausblick erhebliche Verkehrsbehinderungen vorher, da dann viele Pendler und Kurzurlauber gleichzeitig ihre Fahrten antreten. Am Feiertag selbst sei mit einem leicht erhöhten Reiseverkehr zu rechnen. Für das darauffolgende Wochenende werde ein weiterer Anstieg des Reiseverkehrs prognostiziert.

Wann sollte ich besser losfahren?

„Wer einigermaßen stressfrei ans Ziel kommen möchte, sollte wieder auf die Abendstunden ausweichen oder am Donnerstagmorgen losfahren“, empfiehlt ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold. Der Mittwoch vor Fronleichnam zählte in NRW zu den zehn staureichsten Tagen in 2025. Ohnehin gebe es mittwochs im Durchschnitt die meisten Staumeldungen, Staukilometer und Staustunden.

Die geringsten Verkehrsstörungen erwartet der ADAC auf den Autobahnen in NRW am Feiertag (4. Juni) selbst. Auch am folgenden Freitag habe es 2025 zumindest weniger Verkehr gegeben als im Durchschnitt. Jedoch könnten bei schönem Wetter an Fronleichnam sowie am Samstag und Sonntag auf den Ausfallstraßen in Naherholungsgebiete viele Tagesausflügler unterwegs sein. 

Wann ist der Höhepunkt der Rückreisewelle?

Die Staugefahr steigt laut ADAC ab Sonntagmittag wieder an. Dabei spiele das Ende der Pfingstferien in Bayern und Baden-Württemberg eine Rolle. In NRW rechnet der ADAC zwar ab Mittag mit mehr Verkehr als an anderen Sonntagen. Das Staupotenzial auf NRW-Autobahnen sei aber nicht außergewöhnlich hoch. 

Autofahrer, die nach einem Kurzurlaub aus den Niederlanden oder Belgien zurückreisen, müssten mit Wartezeiten an der Grenze rechnen. Als Beispiele dafür nennt der ADAC die A3 am Grenzübergang Emmerich-Elten, die A4 am Grenzübergang Vetschau und auch die A44 Grenzübergang Lichtenbusch.

Auf welchen Routen ist besonders viel los? 

Betroffen sind die Ballungsraum-Autobahnen sowie die Strecken in Richtung deutsche Nord- und Ostseeküste und in die Niederlande, erklärt der ADAC. Hinzu kommt, dass unter anderem auch in den benachbarten Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz ein gesetzlicher Feiertag mit Reiseverkehr ist. 

Am Mittwoch müssten Autofahrer auf folgenden Strecken mit erheblichen Verzögerungen rechnet: A1 (Köln - Dortmund - Bremen - Hamburg), A2 (Oberhausen - Dortmund - Hannover) und A3 (Köln - Oberhausen - Emmerich). Gerade auf dem Kölner Autobahnring, rund um das Kreuz Bonn/Siegburg (A3/A560) sowie in den Bereichen Oberhausen/Duisburg (A3/A40, Kreuz Kaiserberg) und Bochum/Herne/Recklinghausen (A43) drohten Staus. 

Auch für das Kamener Kreuz (A1), die Wuppertaler Stadtautobahn (A46), der Verbindung Aachen - Köln - Olpe (A4), der Sauerlandlinie (A45) und der A57 (Köln - Krefeld) sieht der ADAC ein erhöhtes Staupotenzial. Baustellen mit einer Fahrstreifenreduzierung seien häufig Schwerpunkte der Staubildung. 

Was empfiehlt die Autobahn GmbH?

Vorab über Baustellen und Sperrungen auf der Route informieren, lautet einer der Tipps. Für die Planung hat die Autobahn GmbH eine Staurisikokarte für den Zeitraum 1. bis 7. Juni mit staugefährdeten Baustellenabschnitten erstellt. 

„Denken Sie daran, dass Sie bei Staus oder stockendem Verkehr verpflichtet sind, eine Rettungsgasse zu bilden, damit Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte schnell ihren Einsatzort erreichen können“, heißt es weiter.

„Starten Sie ausgeruht in die Reise, sorgen Sie für ausreichend Getränke und Essen an Bord“, lautet ein weiterer Tipp. Reisende sollten ausreichend lange Pausen einplanen und wenn möglich sich auch beim Fahren abwechseln. 

Bei Stau abfahren oder lieber doch nicht?

Diese Frage stellen sich immer wieder Autofahrer, wenn es auf der Autobahn stockt. Die Autobahn zu verlassen und über Landstraßen zu fahren, bringt laut ADAC nur selten einen Vorteil. Ausweichstrecken seien schnell verstopft und an Ampeln gebe es lange Staus. Navigationssysteme böten zwar Alternativrouten an. Der prognostizierte Zeitgewinn betrage aber meist nur wenige Minuten und die Lage auf der Alternativstrecke verschlechtere sich innerhalb kürzester Zeit.

dpa