Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat Vorwürfe der Opposition zurückgewiesen, nicht genug gegen Hausärztemangel zu tun. In einer aktuellen Stunde im Düsseldorfer Landtag zur bundesweit schlechtesten Versorgungsquote in Westfalen-Lippe zählte er zahlreiche bereits eingeleitete Maßnahmen auf.
Ein schon 2009 aufgesetztes Hausarztaktionsprogramm habe bislang in NRW mehr als 1.000 Ansiedlungen in unterversorgten Gebieten gefördert, bilanzierte Laumann. "Dafür sind 29 Millionen ausgegeben worden, und 80 Prozent der Mittel sind nach Westfalen-Lippe geflossen."
Zudem habe NRW als erstes Bundesland eine Landarztquote eingeführt. 1.100 junge Menschen, die Allgemeinmedizin studierten, seien deswegen einen Vertrag mit dem Land NRW eingegangen, nach dem Studium zehn Jahre als Hausärzte zu arbeiten. Wegen der langen Ausbildungsdauer von Medizinern würden die ersten allerdings erst 2030 in solche Gebiete ziehen.
"Weil eine Ärzteausbildung nun mal so lange dauert, muss man frühzeitig entscheiden, um irgendwann Erfolge zu haben", sagte Laumann. Das dauere eben zwei bis drei Wahlperioden, "um die Erfolge einzustreichen".
Solche Weichenstellungen hätten SPD-geführte Landesregierungen jahrzehntelang versäumt, kritisierte Laumann. Deswegen sei die von der SPD beantragte aktuelle Stunde zu dem Thema das "Eigentor des Monats", spottete der CDU-Abgeordnete Daniel Hagemeier.
Anlass für die Debatte waren Daten aus dem jüngst veröffentlichten Bundesarztregister, wonach Westfalen-Lippe unter allen 17 Regionen der Kassenärztlichen Vereinigungen bundesweit den letzten Platz belegt. Hier kommen auf 100.000 Einwohner nur rund 61 Hausärzte.
Diese Zahlen seien auch eine schlechte Bilanz für Laumann, kritisierte die Vizevorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Lisa-Kristin Kapteinat. Dessen Konzepte seien angesichts der mangelhaften Versorgungssituation unzureichend. Laumann ist seit 2017 Gesundheitsminister in NRW und hatte das Amt zuvor bereits von 2005 bis 2010 inne.