Handelspolitik
Schweitzer: Brauchen neuen europäischen Patriotismus

"Wir müssen Wertschöpfungsketten innerhalb Europas so organisieren, dass wir autonomer werden", sagte Schweitzer dem Handelsblat
"Wir müssen Wertschöpfungsketten innerhalb Europas so organisieren, dass wir autonomer werden", sagte Schweitzer dem Handelsblatt. (Archivfoto) Foto
© Uwe Anspach/dpa
Ein Stück weit brauche es eine protektionistische Antwort auf den Protektionismus anderer, sagt der SPD-Bundesvize. Er sieht das als Selbstverteidigung in einem "wirtschaftlichen Überlebenskampf".

Zur Stärkung der europäischen Wirtschaft braucht es nach Meinung des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer auch einen neuen europäischen Patriotismus. ""Buy European" finde ich als Konzept überzeugend", sagte der SPD-Politiker dem Handelsblatt. "Wir müssen Wertschöpfungsketten innerhalb Europas so organisieren, dass wir autonomer werden." Gleichzeitig müsse an eigenen Schwächen – etwa zu viel Regulierung und zu hohe Energiepreise – gearbeitet werden. 

Schweitzer zeigt damit Sympathie für das etwa von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schon länger beworbene "Kaufe-in-Europa-Prinzip". Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das kürzlich von Macron bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU vorgetragene Plädoyer für Quoten für Produkte "Made in Europe" ("In Europa gemacht") abgelehnt.

"Anforderungen oder Quoten in Produktionsketten zu definieren, halte ich für richtig", sagte Schweitzer dem Handelsblatt. "Das ist ein Stück weit eine protektionistische Antwort auf Protektionismus, der uns überall begegnet. Das ist Selbstverteidigung." Man könne nicht an alten Welthandelsidealen festhalten, während die Welt drumherum angreife. "Wir sind mitten in einem wirtschaftlichen Überlebenskampf."

dpa