Aus Berlin nach Mainz: Auf Platz 14 der Landesliste der AfD Rheinland-Pfalz in die Landtagswahl gegangen, ist Michael Büge nur wenige Tage später der neue starke Mann in der Landtagsfraktion der künftig größten Oppositionspartei im Landtag in Mainz.
Der 60-Jährige hatte einst ein CDU-Parteibuch. In seiner Heimatstadt Berlin war er für die Union unter anderem von 2001 bis 2011 Beigeordneter in Neukölln, die letzten zwei Jahre dieses Zeitraums auch stellvertretender Bezirksbürgermeister. Er stieg bis zum Sozialstaatssekretär unter dem CDU-Senator Mario Czaja auf, der später Generalsekretär der Union auf Bundesebene wurde.
Aus als Staatssekretär wegen Mitgliedschaft in Verbindung
Die Tätigkeit als Staatssekretär ging für Büge jäh zu Ende, als er 2013 wegen seiner Mitgliedschaft in der Studentenverbindung "Gothia" entlassen wurde, der Verbindungen in die rechte Szene nachgesagt werden.
Später wechselte Büge die politischen Farben und schloss sich der AfD an. Er selbst begründete das seinerzeit damit, dass ihm der Kurs der CDU nicht gefalle, von der Aussetzung der Wehrpflicht bis zum Ausstieg aus der Atomenergie.
Für die Bundestagswahl 2017 koordinierte Büge eine Zeitlang den Wahlkampf der AfD. Seit 2017 ist der gebürtige Berliner Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz, öffentlich in Erscheinung trat er in der Landespolitik jedoch kaum - bis jetzt.
Er schult Mitglieder in kommunalem Haushaltsrecht
Bei seinem Sprung an die Spitze der künftig 24 Sitze großen AfD-Fraktion konnte Büge unter anderem auf die Unterstützung des Parlamentarischen Geschäftsführers Damian Lohr und von Joachim Paul setzen.
Nach AfD-Angaben schult Büge seit Jahren unter anderem in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Sachsen Mitglieder in kommunalem Haushaltsrecht und kommunaler Verwaltung. In seiner Freizeit treibt er gerne Sport, ist leidenschaftlicher Fußballfan.
Auch das Reisen ist eine Leidenschaft von ihm. "Das Kennenlernen anderer Kulturen, aber auch das Erleben der unterschiedlichsten Landschaften begeistern ihn immer wieder aufs Neue", heißt es in seiner Vorstellung als Kandidat auf der AfD-Landesliste.