Statistische Analyse
Landtagswahl: Unterschiede bei Wahlbeteiligung

Wo wird wie abgestimmt? Der Landeswahlleiter mit einer Analyse Foto: Sascha Ditscher/dpa
Wo wird wie abgestimmt? Der Landeswahlleiter mit einer Analyse Foto
© Sascha Ditscher/dpa
Die Wahlbeteiligung variiert: In Bad Dürkheim stimmen 74,2 Prozent ab, in Ludwigshafen am Rhein I nur 48,1 Prozent. Und auch soziale und ökonomische Strukturmerkmale machen einen Unterschied.

Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz zeigen sich bei einer insgesamt hohen Wahlbeteiligung klare räumliche Unterschiede. So ist Bad Dürkheim der Wahlkreis mit der höchsten Wahlbeteiligung, dort geben 74,2 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie aus einer Analyse des Landeswahlleiters hervorgeht. Die geringste Beteiligung weist dagegen der Wahlkreis Ludwigshafen am Rhein I mit 48,1 Prozent auf.

Den deutlichsten Zuwachs im Vergleich zur letzten Landtagswahl verzeichnet den Angaben zufolge der Wahlkreis Vulkaneifel mit plus 8,2 Prozentpunkten - es ist der Wahlkreis des Wahlsiegers und künftigen Ministerpräsidenten Gordon Schnieder.

Den Daten zufolge haben die Landkreise mit 69,9 Prozent eine um 5,8 Prozentpunkte höhere Beteiligung als die kreisfreien Städte. Generell werde das Stimmrecht in dünn besiedelten Gebieten häufiger genutzt als in dicht besiedelten Gebieten, hieß es.

Und welche Parteien punkten wo? 

"In Gebieten mit höherer Wahlbeteiligung erzielen demnach vor allem die Freien Wähler, die FDP, die CDU und die SPD höhere Landesstimmenanteile", erklärte der Wahlleiter. "Beim BSW, der Partei Die Linke und der AfD fallen die Landesstimmenanteile in Gebieten mit höherer Wahlbeteiligung tendenziell geringer aus".

Laut der Analyse steht die Höhe der Wahlbeteiligung zudem im statistischen Zusammenhang mit ausgewählten sozialen und ökonomischen Strukturmerkmalen. 

In Gebieten mit niedriger Arbeitslosigkeit nehmen demnach prozentual mehr Bürgerinnen und Bürger an der Wahl teil als in Gebieten mit hoher Arbeitslosigkeit. Gleiches gelte für die soziale Mindestsicherungsquote. In Gebieten mit niedrigem Ausländeranteil würden tendenziell mehr Bürgerinnen und Bürger von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen als in Gebieten mit einem hohen Ausländeranteil. In Gebieten, in denen der Bevölkerungsanteil mit katholischer oder evangelischer Religionszugehörigkeit gering sei, falle die Wahlbeteiligung tendenziell niedriger aus.

dpa