Wirtschaftsminister Sven Schulze hat die Anordnung des Weiterbetriebs der Produktionsanlagen in Leuna des Chemieunternehmens Domo Chemicals verteidigt. Der Weiterbetrieb sei nötig, um im Zweifelsfall etwa Gefahren für die Umwelt abzuwehren, betonte der CDU-Politiker im Gespräch mit dem MDR. Zudem könne der Insolvenzverwalter die so gewonnene Zeit nutzen, um Investoren zu suchen. "Es gibt Interessenten, hier einzusteigen", sagte Schulze. Das Unternehmen in Leuna sei "durchaus sehr interessant".
Sachsen-Anhalt hat eine sogenannte Ersatzvornahme angeordnet, stellt also Mittel bereit, um einen Minimalbetrieb in Leuna am Laufen zu halten; aus Gründen der Gefahrenabwehr, wie der Insolvenzverwalter mitteilte. Zuvor hatte das belgische Unternehmen Domo angekündigt, an seinen deutschen Standorten in Sachsen-Anhalt und Brandenburg wegen Insolvenzen seine Anlagen herunterfahren zu müssen. Durch die Anordnung des Landes sei die kurzfristige Stilllegung der Produktion aber vorerst vom Tisch.
InfraLeuna: langfristige Stabilität und Perspektive nötig
InfraLeuna unterstützt den Betrieb der Domo-Anlagen in Leuna. "Die Hilfe der der InfraLeuna ist vor allem darauf gerichtet, die Suche des Insolvenzverwalters nach einer Lösung zur langfristigen Sicherung des Unternehmens zu unterstützen", hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Eigentümerfamilie habe sich bedauerlicherweise aus dem Kreis der aktiv nach einer Lösung suchenden Parteien verabschiedet. "Verblieben sind das Land Sachsen-Anhalt sowie einzelne große Lieferanten, insbesondere die InfraLeuna."
Das Unternehmen betonte in seiner Mitteilung: "Für den gesamten Standort kommt es jetzt darauf an, dass für eine intakte und gut positionierte Anlage ein Partner gefunden wird, der langfristige Stabilität und eine Perspektive in der Entwicklung sichert."
Geld soll zurück zum Land kommen
Mit Blick auf das Geld, das das Land nun für den Weiterbetrieb in die Hand nimmt, sagte Schulze dem MDR: "Natürlich wird Sachsen-Anhalt schauen, wie das Geld, das jetzt eingesetzt werden muss, auch wieder zurück zum Land fließt." Folglich profitiere auch das Land, je eher ein neuer Investor gefunden werde.
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Schulze betonte, dass die Hilfe des Landes keinen Einstieg Sachsen-Anhalts in das Unternehmen bedeute. Ebenso wenig habe die Anordnung des Weiterbetriebs mit seiner Kandidatur als Spitzenkandidat der CDU bei der anstehenden Landtagswahl zu tun.