ÖPNV Tarifstreit im Nahverkehr – erster Warnstreik in Magdeburg

Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine 35-Stunden-Woche - die Arbeitgeber halten das für nicht akzeptabel. (Archivbild) Fot
Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine 35-Stunden-Woche - die Arbeitgeber halten das für nicht akzeptabel. (Archivbild) Foto
© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB
Für den Nahverkehr haben die Tarifverhandlungen begonnen. Es geht vor allem um weniger Wochenarbeitsstunden. Einen ersten Aufruf zum Warnstreik gibt es schon.

Im Tarifstreit im öffentlichen Nahverkehr steht Fahrgästen ein erster Warnstreik bevor. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) für Freitag zu einem Warnstreik aufgerufen, wie die MVB mitteilten. Das Unternehmen mit mehr als 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rechnet jedoch nur mit einer geringen Beteiligung. 

Die MVB gehen davon aus, dass der Fahrbetrieb mit Straßenbahnen und Bussen am Freitag regulär laufen kann. Ausfälle sind nur vereinzelt zu erwarten, wie es hieß.

Die erste Runde der Verhandlungen zum Tarifvertrag für den öffentlichen Nahverkehr war am Mittwoch ergebnislos geblieben. Verdi hält an der Forderung nach einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich fest, wie der Kommunale Arbeitsgeberverband (KAV) Sachsen-Anhalt mitteilte. Diese Forderung sei "maßlos", hieß es. In Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen wird für knapp 20 Nahverkehrsbetriebe verhandelt - in allen drei Ländern einzeln.

Fast 20 Prozent prognostizierte Mehrbelastung

Die Umsetzung der von Verdi geforderten Arbeitszeitabsenkung um drei Wochenstunden bedeutet laut KAV eine zusätzliche Entgeltsteigerung um 8,6 Prozent. Hinzu kommen demnach teils schon wirksame Entgeltsteigerungen von 10,5 Prozent im Zeitraum von Mai 2025 bis Mai 2026. Damit summiere sich die Mehrbelastung für die Arbeitgeber auf mindestens 19,1 Prozent, hieß es. 

"Das verursacht in den Nahverkehrsunternehmen Sachsen-Anhalts zusätzliche Kosten in Höhe von 11,3 Millionen Euro im Jahr. Das gesamte Forderungspaket verursacht zusätzliche Kosten in Höhe von 15 Millionen Euro", sagte Verbandsgeschäftsführerin Diana Häseler-Wallwitz laut Mitteilung. Fahrpreiserhöhungen als Folge der Gewerkschaftsforderungen seien absehbar.

dpa