Musik Dresden würdigt Carl Maria von Weber mit einem Festjahr

Webers "Freischütz" gehört zu den beliebtesten Werken auf Opernbühnen im deutschsprachigen Raum (Archivbild). Foto: Dietmar Stip
Webers "Freischütz" gehört zu den beliebtesten Werken auf Opernbühnen im deutschsprachigen Raum (Archivbild). Foto
© Dietmar Stiplovsek/APA/dpa
Komponist Carl Maria von Weber (1786-1826) war eine Art Hit-Lieferant seiner Zeit. Sein bekanntestes Werk wurde in Berlin uraufgeführt, doch der Komponist "gehört" eigentlich der Stadt Dresden.

Huldigung für einen Großen seines Faches: Die Stadt Dresden würdigt den Komponisten Carl Maria von Weber mit einem Festjahr. 2026 jährt sich der 200. Todestag des Komponisten (5. Juli), der mit Dresden eng verbunden war und hier seine bedeutendsten Werke schuf. Unter dem Motto "Romantik entdecken. Festjahr 2026" erwartet Einheimische wie Gäste ein facettenreiches Programm mit Konzerten, Opern, Ausstellungen, Vorträgen und touristischen Angeboten in Dresden und Umgebung, teilte die Stadt mit. 

Weber prägte das Musikleben in Dresden

Carl Maria von Weber lebte und wirkte von 1817 bis zu seinem Tod 1826 in Dresden. Als Königlicher Kapellmeister und Direktor der Deutschen Oper am hiesigen Hoftheater prägte er das Musikleben in der Stadt damals wie kein Zweiter. Dresden wurde unter seinem Einfluss zu einem Zentrum der musikalischen Romantik und zugleich die Wiege für sein bekanntestes Werk: die Oper "Der Freischütz". Die Uraufführung fand am 18. Juni 1821 allerdings im Königlichen Schauspielhaus Berlin statt und geriet zu einem Riesen-Erfolg. 

Sommerresidenz des Komponisten wird saniert

Die Stadt Dresden nimmt das Jubiläum zum Anlass, die einstige Sommerresidenz des Komponisten im Stadtteil Hosterwitz zu sanieren. Das denkmalgeschützte Gebäude - ein früheres Winzerhaus - dient als Weber-Museum und soll ab März mit Fördermitteln des Bundes renoviert und im Herbst 2028 wiedereröffnet werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz finanziert die Arbeiten am historischen Dachstuhl und dem tragenden Gebälk. Insgesamt werden fünf Millionen Euro für die Sanierung veranschlagt. 

Weber soll an authentischen Orten gewürdigt werden

Für Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch geht es darum, Weber an authentischen Orten herausragend zu würdigen. Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres liegt im Zeitraum vom 28. Mai bis 28. Juni 2026 rund um Webers Todestag. Mit Unterstützung der Bürgerinitiative Keppgrund soll der wildromantische Keppgrundweg, ein Lieblingswanderweg des Komponisten, wieder trittsicher gemacht werden.

Gregor Peter Schmitz mit den Buchstaben GPS

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"Die Erforschung und Vermittlung von Webers Leben und Werk ist ein wichtiger Bestandteil der Dresdner Stadtgeschichte und bietet zahlreiche spannende Anknüpfungspunkte", betonte Christina Ludwig, Direktorin des Stadtmuseums Dresden, zu dem das Haus in Hosterwitz gehört. Im Jubiläumsjahr wird neben einer Sonderausstellung im Kügelgenhaus auch die Neukonzeption der Dauerausstellung im Fokus stehen. 

Weber wird auch mit Jazz- und Popmusik gefeiert

Auch die Hochschule für Musik, die den Namen des Komponisten trägt, reiht sich in die Schar der Gratulanten ein. "Wir ehren unseren Namensgeber spartenübergreifend und innovativ – mit historischen Wiederentdeckungen von Webers Werken ebenso wie mit Uraufführungen, mit Chor- und Orchesterwerken sowie mit Jazz- und Popklängen." Begleitet werde das Programm von einem wissenschaftlichen Weber-Symposium und der Gründung des "Weber Music Campus Dresden" - einem Netzwerk für den Nachwuchs. 

Auch Weber-Fans aus dem Ausland sollen angelockt werden - genau wie die Gemeinde der Verehrer Richard Wagners in Dresden eine Pilgerstätte haben sollen. Wagner war hier gleichfalls Hofkapellmeister und hatte damals auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden-Friedrichstadt die Grabrede auf Weber gehalten, nachdem dessen sterbliche Überreste von London nach Dresden überführt worden waren.

Weber und Wagner als musikalische Aushängeschilder für Dresden 

"Weber und Wagner haben in Deutschland und ausgewählten Auslandsmärkten nachhaltig touristisches Potenzial für unsere Destination. Beide sind sehr spannende und bekannte Musikerpersönlichkeiten, mit denen wir alle Generationen ansprechen und unsere Bedeutung als Musikmetropole von Weltrang noch einmal untermauern können", zeigte sich Corinne Miseer - Chefin der Dresden Marketing GmbH - überzeugt. 

Auch Tierfreunde finden in Carl Maria von Weber einen Gleichgesinnten. In seinen Tagebüchern und Briefen werden oft die Haustiere der Familie erwähnt - häufig mit ihrem Rufnamen. Zur Berühmtheit brachte es sein Kapuzineraffe Snuff, den Weber bei 1820 bei einem Besuch in Altona erworben haben soll. An ihn erinnerte ein Epitaph an der Außenmauer der Hosterwitzer Kirche.

dpa

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