Musik
Staatskapelle Dresden feiert Beethoven, Mahler und Blomstedt

Die Staatskapelle Dresden würdigt in der neuen Spielzeit Ludwig van Beethoven anlässlich seines 200. Todestages (Archivbild). Fo
Die Staatskapelle Dresden würdigt in der neuen Spielzeit Ludwig van Beethoven anlässlich seines 200. Todestages (Archivbild). Foto
© Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa
Ludwig van Beethoven ebnete den Weg in eine neue Musikepoche. 2027 wird der Komponist weltweit gewürdigt - 200 Jahre nach seinem Tod. Auch bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden gibt er den Ton an.

Die Sächsische Staatskapelle Dresden feiert Ludwig van Beethoven in der neuen Saison ausgiebig. Musikfans können sich anlässlich seines 200. Todestages auf ein Beethoven-Festival freuen. Unter der Leitung von Chefdirigent Daniele Gatti spielt das Orchester zweimal sämtliche Sinfonien Beethovens an vier aufeinanderfolgenden Abenden. Zudem wurden vier junge Komponistinnen und Komponisten beauftragt, Dialogstücke zu schreiben, teilte die Staatskapelle mit.

Beethoven soll als "lebendiger Komponist" erscheinen 

Gatti sieht in dem Jubilar alles andere als einen musealen Komponisten. "Beethovens Sinfonien lassen sich immer wieder neu lesen und neu betrachten, in unterschiedlichsten Formen und Ansätzen", sagte der Italiener. Viele Musikerinnen und Musiker hätten Zeit und Energie darauf verwendet, das "Geheimnis Beethoven" zu entdecken und zu ergründen. Beethoven sei ein "lebendiger Komponist". Die Aufgabe bestehe darin, ihn immer wieder neu zu erforschen und in seinen Werken zeitgenössische Botschaften freizulegen.

Vielfältiges Begleitprogramm zum Beethoven-Jubiläum 

Das Begleitprogramm umfasst das Symposium "Beethoven, unser Zeitgenosse", die Konzertreihe "Late Night with Ludwig" in der Schlosskapelle, eine Konzertlounge, die Kammermatinee "Beethoven persönlich" sowie ein Programm für die Reihe "Kapelle-für-Kids". In Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sind Kunstgespräche und Sonderführungen geplant. Den Zyklus "Beethoven. Vier Tage. Neun Sinfonien" spielt das Orchester auf Tournee im April 2027 in Wien und im Mai in Spanien.

Blomstedt soll auch im 100. Lebensjahr in Dresden auftreten

Beethoven ist nicht der einzige Jubilar im Spielplan der Staatskapelle: Ihr Ehrendirigent Herbert Blomstedt soll in seinem 100. Lebensjahr erneut sein früheres Orchester dirigieren. Beim Konzert zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg erklingen Brahms "Nänie" und seine 4. Sinfonie. Blomstedt war von 1975 bis 1985 Chef der Staatskapelle und wird in Dresden verehrt.

Mahler-Zyklus geht weiter - Jörg Widmann "Capell-Compositeur"  

Zudem setzt die Staatskapelle ihren Mahler-Zyklus fort. Dann geht es um Spätwerke des Komponisten. Die dritte programmatische Säule der Spielzeit rückt den Komponisten Jörg Widmann in den Fokus. Der Komponist und Klarinettist soll in Personalunion als Capell-Compositeur" und als "Capell-Virtuos" - zwei für jede Saison vergebene Ehrentitel des Orchesters - Impulse aus der Vergangenheit aufgreifen, um die Gegenwart zu beleben, hieß es.

Namhafte Dirigenten und Interpreten zu Gast 

Auch in der kommenden Spielzeit werden namhafte Dirigenten und Interpreten als Gäste bei der Staatskapelle Dresden erwartet. Unter anderem stehen Robin Ticciati, Petr Popelka, Joshua Weilerstein, Sir András Schiff, Marie Jacquot, Tugan Sokhiev, Riccardo Minasi und Manfred Honeck am Pult. Als Solisten sind etwa dabei die Geigerin Vilde Frang und ihr Kollege Leonidas Kavakos sowie die Pianisten Jean-Yves Thibaudet, Rudolf Buchbinder, Igor Levit und Seong-Jin Cho.

Die Sächsische Staatskapelle will in der neuen Spielzeit mehr als 100 Konzerte in Dresden und auf Tourneen geben. Bereits im September ist das Orchester auf diversen Festivals unter anderem in Ljubljana, Verona und Meran zu hören. Ende Oktober, Anfang November folgen Auftritte in der Schweiz, in mehreren deutschen Städten und in Paris.

dpa