Vermisstensuche läuft
Hauseinsturz in Görlitz: Gas für Anwohner wird abgestellt

Viele Trümmerteile mussten per Hand weggeräumt werden, um nach möglichen Opfern suchen zu können. Foto: Paul Glaser/dpa
Viele Trümmerteile mussten per Hand weggeräumt werden, um nach möglichen Opfern suchen zu können. Foto
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Anwohner in der Nähe der Unglücksstelle in Görlitz müssen jetzt auf Gas, warmes Wasser und Heizung verzichten. Die Stadt bietet Dusch- und Wärmemöglichkeiten als Unterstützung an.

Nach dem Hauseinsturz in Görlitz wird rund um die Unglücksstelle das Gas vorsorglich abgestellt. Ziel sei es, weitere Gefahren auszuschließen und die Sicherheit aller Anwohner und Einsatzkräfte zu gewährleisten, teilten die Stadtwerke mit. Die Anwohner der umliegenden Gebäude müssten mit einem vorübergehenden Gasausfall rechnen - wie lange, sei noch unklar. 

"Die Abschaltung hat zur Folge, dass weder warmes Wasser noch Heizwärme zur Verfügung stehen. Eine Ersatzversorgung ist leider nicht möglich", hieß es weiter. Um die Betroffenen zu unterstützen, hat die Stadtverwaltung mit dem Neisse-Bad Görlitz Dusch- und Wärmemöglichkeiten eingerichtet.

Das Kappen der Gasversorgung sei kompliziert, weil der Zugang zum Hausanschluss des eingestürzten Gebäudes wegen der Trümmer nicht möglich sei. Deshalb könne die Leitung nicht getrennt werden. "Daher werden die Stadtwerke gemeinsam mit regionalen Tiefbaufirmen in den nächsten Stunden an drei strategischen Standorten Gräben ausheben und dort Absperrungen setzen, um die Gasversorgung flächendeckend sicher zu unterbrechen", hieß es.

Weiterhin keine Verletzten oder Toten gefunden

Das Haus war am Montagabend eingestürzt. An der Unglücksstelle wird nach drei vermissten Menschen gesucht. Von zwei Frauen und einem Mann fehlt jedes Lebenszeichen. Einer Sprecherin der Feuerwehr zufolge ist nicht auszuschließen, dass sich zum Zeitpunkt des Einsturzes zudem Menschen auf dem Gehweg vor dem Haus befunden haben. 

Neben deutschen und polnischen Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk steht auch eine Hundestaffel am Unfallort bereit. Sie soll nach Bedarf eingesetzt werden. Nach Angaben der Polizei soll die Suche nach den Vermissten auch in der Nacht zu Mittwoch fortgesetzt werden. Zwar wurden erste Trümmerteile abgetragen. Dennoch werde derzeit ausschließlich nach möglichen Opfern gesucht und nicht aufgeräumt, betonte eine Polizeisprecherin.

dpa