Die Thüringer Landesregierung hat die politische Einigung zwischen der Europäischen Union und Indien auf ein Freihandelsabkommen begrüßt. "Das ist ein wichtiger Schritt für eine strategisch breiter aufgestellte europäische Handelspolitik", sagte Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU). In einer Welt wachsender geopolitischer Spannungen sei es entscheidend, Handelsbeziehungen zu diversifizieren, Abhängigkeiten zu reduzieren und Lieferketten resilienter zu machen. "Das stärkt die wirtschaftliche Souveränität Europas und unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit", erklärte Voigt weiter.
Rückenwind für Thüringer Export - Delegationsreise geplant
Auch Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) sprach von einem starken Signal nach langjährigen Verhandlungen. "Das bringt auch zusätzlichen Rückenwind für Thüringens Exportwirtschaft", sagte sie. Thüringer Unternehmen exportieren bislang Waren im Wert von rund 180 Millionen Euro nach Indien, etwa ein Prozent der Gesamtausfuhren. Um dieses Potenzial auszubauen, plant die Landesregierung noch in diesem Jahr eine Delegationsreise nach Indien unter Leitung des Ministerpräsidenten.
Mit dem EU-Indien-Abkommen entsteht nach Angaben der Landesregierung eine der weltweit größten Freihandelszonen mit rund 1,8 Milliarden Verbrauchern. Vorgesehen ist, Zölle auf zahlreiche europäische Exportgüter wie Kraftfahrzeuge, Maschinen, Chemikalien, Pharmazeutika sowie Eisen- und Stahlprodukte zu senken oder abzuschaffen. Auch für bestimmte Agrar- und Lebensmittel soll der indische Markt geöffnet werden. Nach Angaben der EU-Kommission könnten dadurch Zölle auf europäische Waren in Höhe von rund vier Milliarden Euro eingespart werden, zudem werde ein jährlicher Zuwachs der Wirtschaftsleistung der EU von etwa 22 Milliarden Euro erwartet.
Noch fehlt das grüne Licht aus Brüssel
In Kraft treten kann das Abkommen frühestens im Laufe dieses Jahres. Zuvor stehen noch juristische Prüfungen sowie die Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten an. Boos-John äußerte die Hoffnung, dass auch das Europäische Parlament dem Abkommen zustimmen werde.