Kulturlandschaft Weimar: Stiftung plant Eröffnung von Stadtschloss-Ostflügel

Der Ostflügel des Stadtschlosses soll im Herbst nach achtjähriger Bauzeit eröffnet werden. Foto: Martin Schutt/dpa
Der Ostflügel des Stadtschlosses soll im Herbst nach achtjähriger Bauzeit eröffnet werden. Foto
© Martin Schutt/dpa
Das Themenjahr zu "Faust" ist nun online zu erleben. Welche Höhepunkte die Stiftung 2026 plant, was sie mit den Eintrittspreisen vorhat und warum ein Besuch in Goethes guter Stube besonders lohnt.

Bei der Klassik Stiftung Weimar gibt es 2026 viel Bewegung. "Wir werden in diesem Jahr den Ostflügel des Stadtschlosses eröffnen, das können wir nur, weil wir entscheidende Baufortschritte erreicht haben", nannte Stiftungspräsidentin Ulrike Lorenz einen Höhepunkt für 2026. 

Schlösser öffnen sich

Die Stiftung arbeitet schon seit vielen Jahren an der Sanierung des früheren Residenzschlosses der Herzöge und Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach. Nun sei die Eröffnung eines Teils des Baus für Anfang Oktober geplant, so Lorenz. Zuvor soll auch das Wittumspalais am 30. April nach einer umfangreichen Dachsanierung wieder eröffnet werden. In den barocken Stadtpalais lud Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach (1739 - 1807) einst zu ihren berühmten Abendgesellschaften ein.

Zudem feiert die Stiftung in diesem Jahr zwei Jubiläen: Vor 30 Jahren nahm die Unesco die Weimarer Stätten der Kunst- und Designschule Bauhaus auf die Welterbeliste und vor 25 Jahren den handschriftlichen Nachlass Goethes.

Letzte Gelegenheit für Besuch bei Goethe vor Umbau

Ernst wird es im Herbst: Nach dem 1. November wird mit dem Goethe-Wohnhaus ein Besuchermagnet der Stiftung für eine umfassende Sanierung vermutlich rund drei Jahre lang geschlossen. 

"2025 war ein außerordentlich erfolgreiches Jahr", sagte Stiftungspräsidentin Ulrike Lorenz. Das Themenjahr zu Goethes berühmtem "Faust" mit mehreren Ausstellungen in verschiedenen Einrichtungen der Stiftung habe etliche Besucher angezogen. Die Ausstellungen sind nun auch online im neuen "Faust-Portal" der Stiftung zu erleben.

Mehr als 725.000 Besucher

Im vergangenen Jahr zählte die Stiftung 725.346 Besucherinnen und Besucher, das seien 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr gewesen. Allerdings: Der Anteil der zahlenden Besucher ging von etwa 650.000 auf 640.000 zurück, wie Vizepräsident und Verwaltungsdirektor Thomas Leßmann einräumte. Die Erlöse durch Ticketverkäufe bewegten sich demnach jährlich zuletzt zwischen 2,2 und 2,4 Millionen Euro.

Tickets für die "Flaggschiffe" werden teurer

Die Eintrittspreise seien eine wichtige Stellschraube für die Stiftung, um an ihren Einnahmen zu drehen, so Leßmann. Geplant sei eine moderate Anhebung der Preise bei den "Flaggschiffen" der Stiftung: So sollen ab 21. März etwa die Eintritte für das Goethe Nationalmuseum mit dem Goethe Wohnhaus von 13 auf 14 Euro steigen, ebenso sollen die Kosten für den Besuch des berühmten Rokokosaals in der Anna Amalia Bibliothek von acht auf zehn Euro klettern.

Die Klassik Stiftung gehört zu den größten Kulturstiftungen in Deutschland. 37 Millionen Euro umfasst ihre institutionelle Förderung durch Bund, Thüringen und Weimar. 2026 gibt das Land laut Leßmann 0,5 Millionen Euro zusätzlich - damit könnten erwartete Tarifanpassungen aufgefangen werden. 

Die Stiftung betreut zahlreiche Museen, Schlösser, Parks, Literatur- und Kunstsammlungen. Zwölf Unesco-Welterbestätten gehören etwa dazu. Thematisch umfasst ihre Arbeit vor allem das klassische Weimar rund um die Dichterfürsten Goethe und Schiller sowie das Erbe der in Weimar gegründeten Kunst- und Designschule Bauhaus.

dpa