Nach dem Ausbruch der Geflügelpest in einer Putenmast im Kyffhäuserkreis ist mit der Tötung des dortigen Putenbestandes begonnen worden. Alle 10.500 Tiere des Betriebes müssten unter amtlicher Aufsicht getötet werden, sagten Sprecherinnen des Thüringer Gesundheitsministeriums und Landratsamt. In dem Agrarbetrieb war das Geflügelpestvirus H5N1 nachgewiesen worden, das nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut hatte entsprechende Untersuchungsergebnisse des Thüringer Landesamtes für Verbraucherschutz am Mittwoch bestätigt.
Der Ausbruch im Kyffhäuserkreis ist der bislang größte in Thüringen in der seit Herbst andauernden Geflügelpestwelle in Deutschland, wie es vom Ministerium hieß. Wie das Virus in den Betrieb gelangte, ist nach Behördenangaben bislang unklar. In dem Betrieb seien zuletzt erhöhte Tierverluste aufgetreten.
Sperr- und Schutzzonen werden eingerichtet
Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kyffhäuserkreises hat eine Betriebssperre für die betroffene Putenmast verhängt. Zudem sollen eine Schutzzone mit einem Radius von mindestens drei Kilometern sowie eine Überwachungszone von mindestens zehn Kilometern um den betroffenen Betrieb eingerichtet werden. Der Radius erstreckt sich bis in den angrenzenden Landkreis Sömmerda hinein. Eine Allgemeinverfügung des Landratsamtes dafür wird in Kürze erwartet.
Im vergangenen Herbst hatte die Geflügelpest in Thüringen unter anderem unter Kranichen am Stausee Kelbra grassiert, Hunderte Tiere verendeten. Auch mehrere Geflügelbetriebe waren betroffen. In weiten Teilen des Freistaats galt zeitweise eine Stallpflicht für Geflügel. In Thüringen wurde das Virus H5N1 in einem Geflügelbestand zuletzt Ende Oktober 2025 im Landkreis Nordhausen festgestellt.
Aktuell mehrere Wildvögel in Thüringen infiziert
Trotz der zeitweiligen Entspannung der Lage müssen Geflügelhalter weiter auf der Hut sein, wie der neue Fall im Kyffhäuserkreis zeigt. Das Virus befinde sich weiterhin in der Umwelt, so das Ministerium. Es verwies auf mehrere aktuelle Fälle bei Wildvögeln in Thüringen. Seit Jahresbeginn sei das H5N1-Virus bei 21 Wildvögeln in den Landkreisen Altenburger Land, Gotha, Sömmerda, im Saale-Orla-Kreis und dem Unstrut-Hainich-Kreis sowie in den Städten Gera und Erfurt nachgewiesen worden.
Das Ministerium rief die Menschen auf, Funde insbesondere von verendeten wildlebenden Wasservögeln, Greifvögeln oder Kranichen dem jeweils zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu melden. Diese organisierten das Einsammeln der Kadaver und die Entnahme von Proben zur Untersuchung auf das Virus. Zudem erinnerte das Ministerium Geflügelhalter daran, ihre Tiere beim zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt anzumelden.