Aids HI-Virus wütet sofort im Körper


Lange Zeit herrschte unter Wissenschaftlern die Auffassung, dass eine Infektion mit HIV erst Jahre später zum Tragen kommt. Doch schon kurz nach der Infektion legt das Virus los.

Das HI-Virus richtet schon in den ersten Tagen nach einer Infektion schwere Schäden im menschlichen Körper an. Zwei amerikanische Studien zeigen, dass der Erreger nicht wie bisher vermutet erst im Laufe von Jahren den Körper schädigt, sondern schon gleich in den ersten Tagen nach Eintritt in den Körper.

Die beiden Forschergruppen aus Bethesda und Minneapolis untersuchten Affen nach der Infektion mit dem SI-Virus, das mit HIV eng verwandt ist. Innerhalb weniger Tage infizierte der Erreger bis zu 60 Prozent eines bestimmten Typs von Immunzellen und tötete etwa die Hälfte davon ab. Diese CD4+ genannten Zellen bilden eine Art Gedächtnis der Körperabwehr. Sie erinnern sich an körperfremde Erreger und lösen eine Immunreaktion gegen die Eindringlinge aus.

Schwere Wunde, die langsames Sterben bewirkt

Diese schon früh angerichteten Schäden bereiten nach Einschätzung der Forscher die Grundlage dafür, dass das Immunsystem immer schwächer wird und die Patienten anfälliger für Infektionen sind. "Es gibt eine schwere Wunde in den ersten drei Monaten der Infektion, und als Folge davon stirbt der Patient langsam", sagte der Immunologe Louis Picker von der Universität Oregon dem Magazin "Nature".

Die Theorie, dass das Virus schon kurz nach der Infektion CD4+-Zellen zerstört, wurde bereits nach einer Studie im Jahr 1998 aufgestellt. Da viele Patienten aber nach der Infektion noch über Jahre keine Symptome zeigen, gingen die meisten Forscher bislang davon aus, dass das Virus erst nach langer Zeit aktiv wird.

AP AP

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