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Sars-Cov-2-Erreger Von Alpha bis B 1.1.529 – diese Corona-Varianten sind im Umlauf

Corona-Virus Mutationen
Das Sars-Cov-2-Virus mutiert weltweit seit zwei Jahren unverdrossen vor sich hin.
© Getty Images
Das Coronavirus ist nicht gleich Coronavirus: Mittlerweile gibt es zahllose Varianten. Manche, wie der Alpha-Typ, spielen kaum noch eine Rolle, andere Mutationen, wie die in Südafrika grassierende B 1.1.529, könnten gefährlich werden. Ein Überblick.

"Besorgniserregende Virusvarianten" oder englisch "Variants of concern" (VOC) nennt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Arten von Coronaviren, die sie für gefährlich halten. Ganz oben auf der Liste steht derzeit der "Name" B.1.617.2 – besser bekannt als Delta. Sie dominiert in vielen Ländern, darunter auch in Deutschland. Neben den VOC gibt es noch die VOI, die Mutanten "von Interesse", also solche, die in Zukunft Probleme bereiten könnten. In eine dieser Kategorien wird wohl auch die sich derzeit in Südafrika rasant verbreitende Version B.1.1.529 fallen, die WHO will zügig darüber entscheiden. Denn die Wissenschaft ist darüber beunruhigt, dass das Virus ungewöhnlich viele Mutationen aufweist und keinen "Stammbaum" hat, der auf ihre Herkunft schließen lässt.

"Wir sind tatsächlich in sehr großer Sorge", sagte der Chef des Robert-Koch-Instituts. Lothar Wieler über die neue Variante. Konkret nannte er Veränderungen am Spike-Protein, der Teil des Virus, mit dem es an menschliche Zellen bindet. Gegen das Spike-Protein sind auch viele Impfstoffe gerichtet. Zudem habe B.1.1.529 Mutationen in der Nähe der sogenannte Furin Cleavage Site, die eine Rolle bei der Aufnahme des Virus in menschliche Zellen spielt. "Das spricht dafür, dass es eine erhöhte Transmission sein könnte." Ob sie tatsächlich ansteckender ist, als die bisher bekannten Corona-Viren ist noch nicht sicher.

Die Corona-Mutanten und ihre Herkunft:

Seit Beginn der Pandemie in China Ende 2019 haben sich zahllose Mutationen des Sars-Cov-2-Virus gebildet. Zurzeit geht die Forschung davon aus, dass Menschen gegen frühere Varianten immun waren. Aktuell gibt es alleine ein Dutzend Varianten, die entweder als besorgniserregend gelten, von Interesse sind oder zumindest unter Beobachtung (VUM) stehen.

Delta (B.1.617.2; VOC): Die mittlerweile am häufigsten verbreitete Variante wurde erstmals im Oktober 2020 in Indien nachgewiesen. In Deutschland hat sie die Variante Alpha (B.1.1.7) verdrängt. Studien zufolge schützt eine vollständige Impfung vor einem schweren Krankheitsverlauf. Daneben tritt die Delta Plus-Variant (B1.617.2.1 oder AY.1) auf.

Alpha (B.1.1.7; VOC): Wurde erstmals im September 2020 in Großbritannien nachgewiesen. Der Alpha-Typ hat die ersten großen Corona-Wellen ausgelöst, es gibt Hinweise darauf, dass er zu einer erhöhten Sterblichkeit beiträgt.

Beta (B.1.351; VOC): Diese Virusvariante wurde im Dezember 2020 zuerst in Südafrika entdeckt. Beta ist in Deutschland kaum verbreitet. Der Virustyp weist eine "Fluchtmutation" auf. Das könnte dazu führen, dass Antikörper, die das Immunsystem gegen die ursprüngliche Form von Sars-CoV-2 entwickelt hat, B.1.351 nicht mehr erkennen könnten. Dadurch könnte eine zweite Corona-Infektion möglich sein.

Gamma (P.1; VOC): Wurde erstmals in Brasilien nachgewiesen und ähnelt der südafrikanischen Variante. Ist in Deutschland ebenfalls kaum verbreitet. Wie der Beta-Typ weist auch Gamma eine "Fluchtmutation" auf. Aus der schwer betroffenen Amazonas-Region sind Fälle bekannt, dass sich nachweislich genesene Covid-19-Patienten erneut infiziert haben.

Varianten von "besonderem Interesse" (VOI):

My (B.1.621): Erstmals nachgewiesen in Kolumbien

Lambda (C.37): In Peru entdeckt

Varianten unter Beobachtung

Also solche, die entweder wieder verschwinden oder keine bedenklichen Eigenschaften haben und deshalb nur noch unter Beobachtung stehen:

Epsilon (B.1.427 und B.1.429): Erstmals nachgewiesen in den USA

Eta (B.1.525): In vielen Ländern nachgewiesen

Iota (B.1.526): Im Großraum New York entdeckt

Kappa (B.1.617.1): In Indien entdeckt

Zeta (P.2 oder B.1.1.28.2): Erstmals nachgewiesen in Brasilien

Theta (P.3 oder B.1.1.28.3): Erstmals nachgewiesen auf den Philippinen

Während sich die unterschiedlichen Organisationen bei den besorgniserregenden Varianten und denen von Interesse weitgehend einig sind, gibt es dennoch Unterschiede: So führt die europäische Gesundheitsbehörde ECDC die Alpha-Variante unter dem Label "deeskalierend", die neue Variante  B 1.1.529 allerdings schon unter "besorgniserregend". In Deutschland gibt es außerdem weitere Corona-Varianten, die unter Beobachtung stehen, aber noch keine Namen bekommen haben.

Quellen: ECDC, WHO, RKI, "Spektrum der Wissenschaft", DPA


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