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Coronavirus: 90 Deutsche warten in China auf die Ausreise — Bundeswehr will sie "in den nächsten Tagen" holen

Rund 90 deutsche Bürger halten sich derzeit im abgeriegelten Wuhan auf. Seit Tagen wurde daher über einen möglichen Evakuierungsflug der Bundeswehr spekuliert. Nun bestätigte das Auswärtige Amt, dass ein solcher Flug tatsächlich kurz bevorsteht. 

Medevac-Airbus der Luftwaffe

Neben dem Einsatz eines Passagierjets vom Typ A310 soll nach Informationen des "Spiegel" auch der Einsatz einer der mit mehreren Intensivstationen ausgestatteten Medevac-Airbus im Gespräch sein 

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Die Bundeswehr wird "in den nächsten Tagen" Deutsche und ihre Angehörigen aus der chinesischen Provinz Hubei ausfliegen, von der aus sich das neuartige Coronavirus ausbreitet. Die Entscheidung für einen Evakuierungsflug mit einem Flugzeug der Luftwaffe sei bereits am Montag vom Krisenstab des Auswärtigen Amts getroffen worden, sagte der stellvertretende Ministeriumssprecher, Christopher Burger, am Mittwoch in Berlin. Es müssten jetzt noch die letzten Fragen geklärt werden, um eine endgültige Genehmigung von chinesischer Seite zu bekommen. Seit Dienstag seien vier Konsularbeamte vor Ort, um den Flug vorzubereiten. Wann das Flugzeug genau starten und landen sollte war zunächst noch nicht klar.

Evakuierungsflug am Freitag? 

Unter den etwa 90 Deutschen und Angehörigen, die sich in der Region um die Millionenstadt Wuhan aufhalten, sind bisher keine Infektionen oder Verdachtsfälle festgestellt worden. Das Flugzeug der Bundeswehr soll in Frankfurt am Main landen. Die Passagiere aus China sollen dann in Quarantäne kommen, wie die stellvertretende Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums, Doris Berve-Schucht, bestätigte. "Das hängt natürlich zusammen mit der Inkubationszeit. 14 Tage Quarantäne, denke ich, das ist geplant." Die Entscheidung liege aber bei den Frankfurter Gesundheitsbehörden. 

Die Staatssekretärin des hessischen Gesundheitsministeriums, Anne Janz, sagte, dass die Deutschen nach der Ankunft vermutlich zentral betreut und versorgt würden, um eine Ansteckungsgefahr zu verhindern. "Es wird Quarantänebedingungen geben", sagte sie. Die Passagiere würden "wahrscheinlich in den nächsten 14 Tagen so betreut (...), dass sich sozusagen niemand Sorgen machen muss".

Aus Angst vor Ansteckung benutzen viele Menschen in China derzeit einen Mundschutz

Der "Spiegel" hatte am Montagabend berichtet, eine Rückholaktion sei bereits für Mittwoch oder Donnerstag geplant. Dem Nachrichtenmagazin zufolge besteht Peking aber in den Gesprächen mit der Bundesregierung darauf, dass Zivilmaschinen und keine Militärflugzeuge den Einsatz übernehmen.

Die "Bild"-Zeitung berichtete nach der offensichtlichen Verzögerung am Mittwoch, dass der Evakuierungsflug am Freitag stattfinden soll. 

ivi / DPA

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