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Drogen- und Suchtbericht: "Den Sack zumachen": Bundesdrogenbeauftragte fordert Werbeverbot auch für E-Zigaretten

Die Drogenbeauftragte Ludwig beim neuerlichen Anlauf zu einem Tabak-Werbeverbot vor einem "halben Schritt" gewarnt. Auch E-Zigaretten sollten einbezogen und nicht weiter beworben werden dürfen.

E-Zigaretten: Ein Mann raucht

E-Zigaretten seien keine Wellnessprodukte und dürften laut der Drogenbeauftragten Ludwig in der Außenwerbung nicht mehr stattfinden (Symbolbild)

DPA

Herkömmliche Zigaretten, Erhitzer und auch E-Zigaretten dürften nicht mehr in der Außenwerbung stattfinden – findet die neue Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig und dringt auf ein Werbeverbot für E-Zigaretten. Diese seien besonders bei jungen Menschen im Kommen.

"Die E-Zigarette ist kein Wellnessprodukt", sagte die CSU-Politikerin am Dienstag in Berlin bei der Vorlage des neuen Drogen- und Suchtberichts der Regierung. Es fehlten Langzeitstudien zu Auswirkungen auf die Gesundheit.

Auch SPD will Werbeverbot

Es sei wichtig, dass die Koalition beim Tabakwerbeverbot den Sack nun zumache, "und zwar komplett", sagte Ludwig. Sie warnte zugleich davor, in einem "halben Schritt" nur ein Verbot für Zigaretten und Erhitzer zu machen. Dann werde man feststellen, dass es an Haltestellen oder im Internet nur noch Werbung für E-Zigaretten gebe. "Das will ich nicht."

In die lange festgefahrene Debatte kam zuletzt Bewegung, nachdem die Union generellen Widerstand dagegen aufgegeben hatte. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich für ein Werbeverbot aus und kündigte im Namen der Union an, "bis zum Jahresende eine Haltung dazu gefunden zu haben." In der vorigen Wahlperiode war ein Anlauf an der Union gescheitert. Nun geht es darum, Beschränkungen auf Außenwerbung und Kinos auszuweiten. Offen ist, ob nur klassische Tabakprodukte einbezogen werden; die SPD fordert dies auch für E-Zigaretten.

meh / DPA

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