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Gesunde Ernährung: 43 Gramm Fleisch pro Tag: Wie Wissenschaftler die Welt retten wollen

Zehn Milliarden Menschen gesund ernähren und dabei unsere ramponierte Umwelt schützen. Eine utopische Spinnerei? Keineswegs, sagen Forscher. Mit fünf radikalen Strategien wollen sie die Welt retten.

1,15 Kilogramm Fleisch essen die Deutschen pro Woche

Mehr als ein Kilogramm Fleisch verputzt jeder Deutsche pro Woche im Mittel. Das ist doppelt so viel wie Ernährungsexperten empfehlen.

DPA

Nur noch kurz die Welt retten, will Tim Bendzko in einem seiner bekanntesten Songs. "Die Zeit läuft mir davon – zu warten, wäre eine Schande für die ganze Weltbevölkerung", heißt es in dem Titel weiter. Das fanden auch die 37 Ernährungs- und Wirtschaftsexperten aus 16 Ländern und beschäftigten sich drei Jahre lang mit einer der spannendsten Fragen unserer Zeit. "Kann die gesamte Menschheit gesund ernährt werden, ohne dabei die Umwelt weiter zu zerstören?"

Ernährung muss sich drastisch ändern

Um es vorweg zu nehmen: Das Forscherteam glaubt daran, dass die im Jahr 2050 auf der Erde lebenden Menschen – man rechnet mit ca. zehn Milliarden – gesund ernährt werden können. Und zwar ohne dabei das ökologische System aus dem Gleichgewicht zu bringen. Die Menschheit müsse sich dafür aber massiv anstrengen, vor allem, wenn es um das Essen geht, stellen die Wissenschaftler im Fachblatt "The Lancet" fest. Dort veröffentlichten sie jetzt die Ergebnisse ihres Projekts. 

"Die Ernährung der Weltbevölkerung muss sich drastisch ändern", sagt Walter Willet von der Harvard University, einer der beiden Vorsitzenden der Kommission. Er kritisiert vor allem, dass die durchaus positive Entwicklung immer wieder durch den übertriebenen Konsum von Kalorien, Zucker und anderen ungesunden Lebensmitteln aufgehalten wird. 

43 Gramm Fleisch pro Tag

Die Wissenschaftler brechen ihre Forderungen auf zwei Kernpunkte herunter. Sie fordern zum einen, den Konsum einiger Lebensmittel wie Rindfleisch und Zucker zu halbieren. Gesunde Produkte wie Obst und Gemüse sollte dagegen doppelt so viel verzehrt werden, wie bisher. Ein täglicher Speiseplan könnte ihrer Meinung nach wie folgt aussehen:

  • je 7 Gramm Schweine- und Rind- oder Lammfleisch
  • 29 Gramm Geflügel
  • 28 Gramm Fisch
  • 13 Gramm Eier
  • 30 Gramm Zucker (zusätzlich)
  • 550 Gram Obst und Gemüse
  • 230 Gramm Vollkornprodukte (z.B. Reis)
  • 125 Gramm Linsen, Nüsse und Erbsen
  • 250 Gramm Milchprodukte
  • 50 Gramm Öle und Fette

Wissenschaftler fordern: "Friss die Hälfte"

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt ähnlichen Mengen, wobei die Zahlen – insbesondere beim Fleisch – letztlich nur zeigen sollen, dass ein Schinkenbrötchen zum Frühstück, drei Schweinemedaillons in der Mittagspause und ein Salamibrot am Abend des Guten zu viel sind. Aktuell verdrückt jeder Deutsche pro Woche mehr als ein Kilogramm Fleisch – das ist doppelt so viel wie die Forscher empfehlen. Doch wie sollen die Menschen bekehrt werden? Das Team um Walter Willet hat fünf Strategien entwickelt.

Fünf Strategien, um die Welt zu verbessern

  1. Die Werbung für ungesunde Lebensmittel muss drastisch eingeschränkt und die Lebensmittelpreise an die entstehenden Umweltkosten angepasst werden.
  2. Die Menge der Lebensmittel, die bei der Produktion verlorengehen oder weggeschmissen werden, muss halbiert werden.
  3. Die Ernteerträge müssen erhöht werden zum Beispiel mit trockenresistenten Pflanzen.
  4. Die fortschreitende Umwandlung der Natur in Ackerland muss gestoppt werden.
  5. Kleine und mittelständische Betriebe müssen von der Politik mehr unterstützt werden.

Schünemann: "Menschheit lässt sich nicht umerziehen"

Die formulierten Ansätze sind größtenteils nicht neu. "Das Team hat die vielen Aspekte des Themas aber gut gebündelt und einfach dargestellt", lobt Franziska Schünemann vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel. Sie bezweifelt allerdings, dass die Menschheit sich zu einer anderen Ernährungsweise umerziehen lässt. "Ernährung ist eine sehr, sehr emotionale Sache", sagt die Wissenschaftlerin.

"Ich muss jetzt los, sonst gibt's die Katastrophe. Merkst Du nicht, dass wir in Not sind", singt Bendzko in seinem Platin-Hit aus dem Jahr 2011. Wie recht er hat.  

Protestaktion vor seinem Laden: Metzger jagt Veganer mit Fleisch in die Flucht
js / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.