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"TooGoodToGo" im Test App für Lebensmittelretter: Wie gut funktioniert sie im Alltag?

Sehen Sie im Video: "TooGoodToGo"  – Wie gut ist das Essen mit der App für Lebensmittelretter?




Etwa 12 Millionen Tonnen Lebensmittel landen im Jahr in Deutschland auf dem Müll. Die App „ToGoodToGo“ will dem entgegenwirken. Hier kann man überschüssiges Essen, das bei Imbissen, Bäckereien oder anderen Lebensmittelanbietern übrig ist, zu einem kostengünstigeren Preis kaufen. Ich habe die App vier Tage lang getestet.
Das Runterladen und Registrieren ist kinderleicht. In der App werden mir die Restaurants in meiner Umgebung angezeigt und ich sehe, wann wo etwas angeboten wird. Die Bestellung und Bezahlung funktioniert unkompliziert via Paypal, Kreditkarte oder Sofortüberweisung.
Welches Gerichte ich bekomme, weiß ich erst, wenn ich das Essen abhole. Mein Mittagessen habe ich heute bei dem Imbiss "Soupir" bestellt.
Und das ist in der Tüte: Eine Backkartoffel mit verschiedenen Toppings, Dip und Couscous, eine Linsensuppe und Brot. Normalerweise würde das Menü 13,50 Euro kosten, ich habe 4,50 Euro bezahlt.
Und was bedeutet das nun für den Verbraucher? In vier Tagen teste ich 7 verschiedene Angebote in der App getestet. Das ist das Ergebnis:


Nachhaltigkeit:
Die App wirbt damit nachhaltig zu sein. Übrig gebliebenes Essen kann so noch an Kunden verkauft werden. Nachhaltiger als Selberkochen ist die App aber nicht: Denn mit jeder Tüte, die man abholt, entsteht Verpackungsmüll. Von den sieben Lieferungen waren 5 in Styropor- und Platsikverpackungen verpackt. In Sachen Nachhaltigkeit gibt es bei dem Konzept also noch Luft nach oben.


Alltagstauglichkeit:
Mahlzeiten bekommt man erst abseits der allgemeinem Essenszeiten. Mittags habe ich die meisten Angebote ab 14 Uhr, abends ab 20 Uhr und später abholen können. Mit späten Essenszeiten sollte man also kein Problem haben.
Außerdem ist etwas Spontanität gefragt: Viele der Angebote werden kurzfristig aufgenommen und sind dann schnell wieder verschwunden. In Hamburg gibt es viele Anbieter und damit eine gute Auswahl. In kleineren Städten mit weniger Anbietern ist sie leider kaum nutzbar.


Qualität des Essens:
Die Qualität hängt natürlich vom Anbieter an, den man wählt. Zwar hat man keinen Einfluss darauf, welche Gerichte in der Tüte landen. In der App kann man aber nach vegetarischen oder veganen Angeboten filtern. Bei allen Bestellungen, die ich mit der App gemacht habe, war das Essen frisch und reichlich.


Kosten:
In vier Tagen habe ich etwa 25 Euro für sechs Mahlzeiten ausgegeben, die mich eigentlich 60 Euro gekostet hätten. Damit habe ich also 35 Euro gespart, also mehr als die Hälfte. Preislich kommt die App gegen das Selberkochen aber natürlich nicht an.


Fazit: Die „GoodToGoApp“ ist eine gute Ergänzung, wenn man in großen Städten wohnt, man mal nicht selbst kochen möchte und auf der Suche nach einer günstigen Mahlzeit ist.
Die Idee, eine Plattform für übrig gebliebenes Essen zu entwickeln, ist gut und funktioniert – durch den entstehenden Verpackungsmüll des Abholessens ist sie allerdings nur bedingt nachhaltig.
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Mit der App "ToGoodToGo" kann man übrig gebliebenes Essen bei Restaurants und anderen Lebensmittelanbietern bestellen und abholen. Aber was taugt das Essen und wie funktioniert das im Alltag?

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