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Diäten im Check: So funktioniert die Brigitte-Diät

Die Brigitte-Diät setzt auf gesunde Mischkost mit reichlich Gemüse, Eiweiß und frischem Obst. Hilft das beim Abnehmen?

Macht lange satt: Porridge mit Himbeeren und Nuss.

Macht lange satt: Porridge mit Himbeeren und Nuss.

Die Brigitte-Diät der gleichnamigen Frauenzeitschrift existiert schon seit den 60er-Jahren. Seitdem wird das Konzept regelmäßig überarbeitet. Zuletzt hatte es 2012 größere Änderungen gegeben. Die drei Regeln des Konzeptes – die "Stundenformel", der "Fatburn-Kick" und die "Kalorienbremse" – bleiben bestehen. Das Herz der Diät sind die sogenannten "Slow Carbs" – langsame Kohlenhydrate, die zu den Ballaststoffen zählen (siehe Feinheiten). Sie haben wenige Kalorien, sättigen gut und verlangsamen die Verdauung, was vor Heißhunger bewahren und das Diabetesrisiko senken soll.

Die Diät richtet sich an Erwachsene mit einem BMI über 25. Dabei ist sie keineswegs nur etwas für Frauen. Auch Männer können nach diesem Konzept abnehmen.

Das Prinzip der Brigitte-Diät

Der Energiebedarf wird bei dieser Methode nicht individuell ermittelt. Unabhängig vom BMI enthält die tägliche Nahrungsaufnahme rund 1200 Kilokalorien und zirka 40 Gramm Fett. Da Männer in der Regel einen höheren Energiebedarf als Frauen haben, dürfen sie 300 Kilokalorien pro Tag mehr zu sich nehmen.

Basis des Konzepts ist eine ausgewogene Mischkost mit viel Obst und Gemüse sowie ausreichend Eiweiß in Form von Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Hülsenfrüchten. Die empfohlene Menge an Kilokalorien pro Tag sollte auf drei Mahlzeiten verteilt werden. Snacks sind im aktuellen Programm nicht vorgesehen.

Mitgeliefert werden Vorschläge für Tages- und Wochenpläne, man kann sich seine Speisepläne aber auch selbst zusammenstellen.

Die Tagespläne sind alltagsfreundlich und unkompliziert: So sind einige Gerichte als Zwei-Portionen-Rezepte konzipiert – die zweite Portion ist für den nächsten Tag, das spart Zeit.

Solange die Kalorienmenge im Blick behalten wird, können einzelne Speisen auch variiert oder eigene Rezepte verwendet werden. Kein Lebensmittel ist verboten, auch das eine oder andere Stückchen Schokolade ist mal drin: Um mit der Brigitte-Diät abzunehmen, ist die Wochenbilanz entscheidend. Die Diät kann so lange fortgeführt werden, bis das Wunschgewicht erreicht ist.

Bewegung spielt bei der Brigitte-Diät auch eine Rolle. Da das Abnehmen mit Sport leichter fällt, wird vor allem Ausdauersport empfohlen, ergänzt von gezieltem Muskelaufbau. Wem das nicht zusagt, der sollte mehr Bewegung in seinen Alltag einbauen und zum Beispiel häufiger Besorgungen zu Fuß erledigen, die Treppe nehmen oder spazieren gehen, heißt es, und zwar nicht nur während, sondern auch nach der Diät.

+++ Hier gibt es alle Informationen zum Thema "Abnehmen durch Sport" +++

Feinheiten: neue Grundsätze fürs Abnehmen

Früher hieß es noch: Es ist egal, um welche Uhrzeit etwas gegessen wird. Die heutige Brigitte-Diät setzt hingegen auf die "Stundenformel". Demnach gelten Pausen von mindestens vier Stunden zwischen den Mahlzeiten als optimal. Innerhalb dieser Ruhephase sollte auch nicht zum Snack gegriffen werden. Hintergrund: Der Stoffwechsel möchte auch mal in Ruhe gelassen werden – dann verbrennt er am meisten Fett. Die Slow Carbs helfen, diese Regel einzuhalten, weil sie lange sättigen. Vier Stunden sind somit leicht zu schaffen. Nachts sollte die Pause mindestens zehn Stunden betragen. Trinken ist zwischendurch natürlich erlaubt, solange die Getränke kalorienfrei sind, wie Wasser, ungezuckerter Tee und in Maßen auch Kaffee.

Neben der "Stundenformel" ist auch die "Kalorienbremse" wichtig. Nahrungsmittel, die am besten sättigen und den Fettabbau am wenigsten stören, helfen zusätzlich beim Abnehmen. Hintergrund: Unser Fettabbau hängt mit dem Zuckerstoffwechsel zusammen. Greifen wir zu kohlenhydrathaltigen Speisen, wird das Hormon Insulin ausgeschüttet. Dieses sorgt dafür, dass der Zucker aus den Kohlenhydraten als Energie in die Körperzellen gelangt. In dieser Zeit wird kein Fett abgebaut.

Entscheidend für das Sättigungsgefühl ist zudem die Energiedichte der Nahrungsmittel. Nach dem Prinzip der geringen Energiedichte sollen Kalorien nicht dadurch eingespart werden, dass weniger gegessen wird. Stattdessen sollen die Mahlzeiten möglichst wenige Kalorien pro Gramm oder Portion liefern. Lebensmittel mit geringer Energiedichte sind Gemüse und einige Obstsorten, da sie viel Wasser enthalten und dadurch satt machen. Auch mageres Fleisch gehört dazu, im Gegensatz zu Süßigkeiten und Gebäck. Generell gilt: Die Energiedichte eines Lebensmittels ist umso geringer, je wasserreicher und fettärmer es ist. Eine Sonderstellung haben Getränke, die zwar auch viel Wasser, aber eben auch viele Kalorien enthalten können. Sie sättigen nicht gut, animieren aber dazu, viel davon zu trinken und sind daher zum Abnehmen nicht geeignet. Fazit: "Kalorienbremser" sind somit Gerichte, die wenige Kohlenhydrate enthalten und eine möglichst geringe Energiedichte haben. Slow Carbs enthalten zwar Kohlenhydrate, aber eben die richtigen, denn sie tragen dazu bei, dass der Blutzuckerspiegel nicht hochschnellt.

Die dritte Regel ist der "Fatburn-Kick": Eiweiß gilt als wichtigster Verbündeter beim Abnehmen. Damit der Körper über Nacht viel Fett verbrennt, gehört Eiweißreiches vor allem abends auf den Teller. Größere Mengen an Kohlenhydraten sollten dann besser gemieden werden. Eiweißreiche Mahlzeiten sind mit dem Hinweis "Fatburn-Kick" gekennzeichnet.

Praxis-Check

Der Speiseplan für einen Tag mit der Brigitte-Diät könnte so aussehen: Zum Frühstück gibt es Rührei auf Toast oder Himbeer-Mandel-Porridge. Mittags kommen ein Putengulasch und Spitzkohl oder Brokkoli-Stampf mit Tomaten-Sugo auf den Tisch. Als Abendessen steht eine Blumenkohlsuppe oder ein Apfel-Paprika-Salat mit Räucherpute auf dem Plan.

Das Zubereiten der Mahlzeiten dauert pro Tag insgesamt rund eine Stunde. Die Rezepte sind einfach, jedoch muss man sich an die Einkaufs- und Kochvorgaben halten. Hat man erst einmal die Grundprinzipien drauf – Sattmacher wie Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier, aromatische Zutaten wie Kräuter, Gewürze, Beeren, Nüsse – kann man sie leicht auf eigene Rezepte anwenden.

In der "Brigitte" erscheint das Diät-Konzept mehrmals im Jahr. In den "Brigitte"-Büchern findet sich beispielsweise eine Kochschule mit Tipps zum kalorienarmen Zubereiten. Für die verschiedenen Esstypen gibt es praktische Tipps, um falsche Ernährungsgewohnheiten abzulegen. Neben den "Brigitte"-Zeitschriften und -Büchern können sich Abnehmwillige auch im Internet über die Diät informieren. Auf brigitte.de gibt es neben dem frei zugänglichen und kostenlosen Online-Angebot auch die Möglichkeit, sich bei einem kostenpflichtigen Diät-Coach zu registrieren. Er schreibt Einkaufslisten und erstellt individuelle Speise- und Sportpläne.

Wissenschaftliche Einschätzung

Das Brigitte-Konzept steht im Einklang mit den Diät-Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. "Der Körper erhält alle Nährstoffe und Vitamine, die er braucht", sagt Expertin Ursel Wahrburg. Ein weiterer Pluspunkt: Die Methode wird regelmäßig nach den neuesten Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft überarbeitet.

Fazit

Wer gerne nach detaillierten Speiseplänen abnehmen möchte, ist mit der Brigitte-Diät richtig beraten. Das Konzept bietet einen guten Einstieg in eine langfristige Ernährungsumstellung. In Kombination mit genügend Bewegung besteht Aussicht auf dauerhaften Erfolg.

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    Christine Kirchhoff, Lea Wolz
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