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Interview

Kampf gegen Übergewicht: Nein zu "Zuckerschrott": Eckart von Hirschhausen fordert Zucker-Steuer

Zu viel Zucker, überall: Ärzte, darunter Eckart von Hirschhausen, schlagen Alarm, weil sie die Deutschen für zu dick halten.

Eckart von Hirschhausen

Eckart von Hirschhausen: "Dicke sind nicht selber schuld an ihrem Übergewicht."

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Der Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen wird bei Marzipan-Schokolade selbst schwach, will sich aber mit Ärzte-Kollegen für politische Maßnahmen gegen Fehlernährung aussprechen - für eine Zuckersteuer zum Beispiel. Warum der 50-Jährige das für nötig hält, erklärt er im Interview.

Fehlernährung - was ist das für Sie, was steht bei Betroffenen im Kühlschrank?

Limonaden, Fruchtjoghurts, Fertigprodukte, Frühstücksflakes - die Liste ist lang, aber eines ist allen gemeinsam: Sie enthalten so viel Zucker, dass sie keine Lebensmittel, sondern Süßigkeiten sind. Zucker ist schädlich. Das wusste man eigentlich schon lange, jetzt ist es wissenschaftlich noch klarer bewiesen. Vielen ist nicht klar, dass die leeren Kalorien von einer einzigen Dose Cola pro Tag auf Dauer schon den Unterschied zwischen Normalgewicht und Fettleibigkeit machen können.

Warum soll es nicht möglich sein, auf die Flaschen und Dosen das raufzuschreiben, was drin ist? Und warum soll es nicht möglich sein, den Schaden, den das Zeug anrichtet, für uns als Gesellschaft in den Preis mit einzurechnen? Jedes Kind sollte schon im Kindergarten lernen, was ihm guttut und was nicht. Dann könnten die Kinder das auch ihren Eltern sagen!

Sie sprechen sich für ein Eingreifen der Politik aus. Warum jetzt? Was könnte sich dadurch für die Menschen zum Guten ändern?

Was gab es in meiner Jugend an der Tankstelle? Benzin! Und wie kam man zur Schule? Zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Wo hat man am Nachmittag gespielt? Draußen, Fußball oder Räuber und Gendarm. Heute gibt es an jeder Tankstelle rund um die Uhr alles, was viel Kalorien, Fett, Zucker und Salz hat. Die Kinder und Erwachsenen sind doch heute nicht dümmer oder willensschwächer als vor 30 Jahren - aber sie sind viel dicker, weil wir anders leben.

Wenn sich also die Rahmenbedingungen komplett verändert haben, ist es Unsinn, immer nur an die Eigenverantwortung zu appellieren, wenn das offensichtlich nicht reicht. Dicke sind nicht selber schuld an ihrem Übergewicht, die allermeisten Menschen sind überfordert, ständig und überall Nein zu sagen zu Zuckerschrott.

Haben Sie selbst eine Schwäche für ein ungesundes Nahrungsmittel?

Sie sollten mich nie mit einer Tafel Marzipan-Schokolade alleine in einem Raum lassen, da kann ich für nichts garantieren. Wer nicht genießt, wird ungenießbar!

Sie haben kürzlich mit sogenanntem Intervallfasten erfolgreich abgenommen. Worauf beruht Ihrer Meinung nach der Erfolg?

Im Neandertal gab es keine fünf Mahlzeiten am Tag. Da rannte das Mittagessen manchmal noch zwei Tage vor uns her. In dieser Zeit wurde unser Körper programmiert. Der Körper braucht Pausen, um von Nahrungszufuhr auf Nahrungsverwertung umzuschalten. Wenn wir ständig und überall etwas vor uns hin mampfen, weiß der Körper gar nicht, wann er mal Zeit hat, die Zellen zu entrümpeln, Fett aus den Polstern zu verbrennen und alte Eiweiße loszuwerden. Deshalb braucht es 12 bis 16 Stunden Pausen, und glauben Sie mir - in den 8 Stunden, die übrig bleiben wird man satt.

Dr. v. Hirschhausens stern Gesund Leben: Hirschhausen trifft die berühmte Affenforscherin Jane Goodall: Das unterscheidet Mensch und Tier



Gisela Gross/ikr / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.