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Stiftung Warentest: Himalaya-Salz - teuer, aber nicht besser

Exotische Salze versprechen viel: besseren Geschmack, mehr Mineralien, Naturreinheit. Doch laut Stiftung Warentest sind sie vor allem eines: extrem teuer.

Rosa Kristalle vom Himalaja? Mitnichten. Das Salz stammt nicht direkt aus dem Himalaja-Massiv, sondern aus der etwa 200 Kilometer entfernten pakistanischen Salt-Range.

Rosa Kristalle vom Himalaja? Mitnichten. Das Salz stammt nicht direkt aus dem Himalaja-Massiv, sondern aus der etwa 200 Kilometer entfernten pakistanischen Salt-Range.

Sie kosten zum Teil hundertmal mehr als normales Speisesalz - und sind nicht besser: Fleur de Sel aus Ibiza, rosa Kristalle vom Himalaya oder Blausalz aus dem Iran. Derartige exotische und teure Speisesalze werben laut Stiftung Warentest zwar oft mit wundersamen Versprechen für mehr Genuss oder Gesundheit, sind aber nicht besser als einfaches Haushaltssalz. Das berichtet die Zeitschrift "test" in ihrer Oktober-Ausgabe. Die Tester nahmen insgesamt 36 Salze unter die Lupe.

Besondere Salze kosten zum Teil mehr als hundertmal so viel wie einfaches Speisesalz. Während Kunden für die Exoten bis zu 6,65 Euro pro 100 Gramm auf den Tisch legen müssen, bieten diese laut Stiftung Warentest meist nicht mehr als einfaches Speisesalz, das bei gleicher Menge nur vier Cent kostet. Einige exotische Salze fielen im Test sogar mit der Note "mangelhaft" durch. Hingegen schnitten 15 der 21 einfachen Siede- und Meersalze insgesamt "gut" ab, bei den besonderen Salzen nur vier von 15.

Besonders viele Elemente? Fehlanzeige!

Testsieger unter den Fleur de Sel ist das aus Mallorca stammende "Flor de Sal d'es Trenc natural". Es schnitt mit "gut" (2,3) ab, ist aber mit 5,50 Euro für 100 Gramm auch recht teuer. Ebenfalls "gut" ist das Ur-Salz von Erntesegen (50 Cent für 100 Gramm). Top-Alltagssalze mit Jod und Fluorid für 4 Cent bieten Warentest zufolge Aldi Süd, Edeka, Lidl und Penny.

Chemisch unterscheiden sich die 36 untersuchten Salze wenig voneinander. Sie bestehen zu 93 bis 99,9 Prozent aus Kochsalz. Der Rest sind überwiegend schwer lösliche Verbindungen der Elemente Kalzium und Magnesium. Manche Anbieter werben mit besonders vielen Elementen. Im Sal de Ibiza fanden die Tester allerdings nur einen Bruchteil der angepriesenen "80 Mineralien und Spurenelemente", auch im Kristallsalz vom Himalaya konnten demnach keine 84 Elemente nachgewiesen werden.

Eine rosa Färbung erhalten Salze durch Eisenhydroxid; Veränderungen im Salzkristallgitter können Salz blau erscheinen lassen. 15 der getesteten Salze sind entweder mit Jod und Fluorid oder nur mit Jod angereichert. Nach Ansicht der Stiftung Warentest ist die Aufnahme beider Zusätze über das Speisesalz für die meisten Menschen in Deutschland sinnvoll.

Der komplette Test ist unter www.test.de gegen eine Gebühr erhältlich.

lea/AFP / AFP
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?