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Urban Gardening: So ungesund ist das Stadtgemüse

Möhre und Mangold Marke Eigenanbau - und das mitten in der Stadt. Viele Städter schwören auf Gärtnern zwischen Betonblöcken. Forscher haben untersucht, welche Schadstoffe die Produkte enthalten.

Der Großstadtmensch - da hetzt er mit der U-Bahn ins Büro, um ihn herum nichts als Asphalt und graue Betonblöcke. Dieses Klischee stimmt schon seit einiger Zeit nicht mehr: Denn die Lust am Grün, am Wühlen in der Erde kehrt zurück in die Stadt. #link;1816339;"Urban Gardening"# heißt der Trend, die neu entdeckte Leidenschaft der Großstädter für das Gärtnern.

Ob in Pflanzkisten auf dem Dach des Hochhauses oder in kleinen, grünen Oasen im Hinterhof: Es wird fleißig gesät, gegossen, gejätet und geerntet in Deutschlands Städten. Doch wie gesund ist das Gemüse und Obst eigentlich, das da auf dem Teller landet? Das hat nun die TU Berlin untersucht und die Ergebnisse dürften Stadtgärtnern wohl kaum gefallen - obgleich sie auch kaum verwundern.

Obst und Gemüse aus Innenstädten können erhebliche Mengen an Schadstoffen enthalten, ergab die Untersuchung am Institut für Ökologie der TU Berlin. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler im Journal "Environmental Pollution" veröffentlicht.

Gesundes Marke Eigenanbau?

Im Vergleich zu Produkten aus dem Supermarkt sei in Stadtgemüse in der Nähe stark befahrener Straßen oft ein Vielfaches an Schwermetallen angereichert, teilte Studienleiterin Ina Säumel mit. Die in Berlin gewonnenen Ergebnisse seien deutlich: An Orten mit viel Verkehr wurden teilweise sogar EU-Grenzwerte für Lebensmittel überschritten.

Proben wurden im Sommer 2010 genommen - von Flächen rund um Bäume, von Hinterhöfen sowie aus Kleingärten, sagte Säumel. Wo genau die Areale lagen, verriet sie nicht. Mit den Gärtnern sei Anonymität vereinbart worden. "Kontamination wird gern als Argument genommen, um Gärten zu schließen und die Flächen lukrativen Nutzungen zuzuführen", begründete die Wissenschaftlerin.

Schon eine Hecke hilft

Möhren, Tomaten und Mangold hatten laut Studie im Vergleich zu Supermarkt-Angeboten deutlich höhere Anteile an Zink, Blei und Kupfer. Auch bei Nickel und Cadmium waren die Werte erhöht. Einige Schwermetalle können in hoher Konzentration Gesundheitsschäden hervorrufen.

Die Forscherin warnte vor Panik. Sie verwies auf Forscher aus England, die eine ganzheitlichere Sicht auf selbst angebautes Stadtgemüse fordern. Demnach sollten bei der Risikobewertung auch positive Aspekte wie Bewegung an frischer Luft oder gemeinschaftliche Naturerfahrungen berücksichtigt werden. Viel verbessert werden könne schon, wenn Hecken zwischen Straße und dem Ort gärtnerischer Freude lägen, sagte Säumel.

lea/DPA / DPA
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?