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Neue Technik: Den Klang des Kölner Doms durchs Land gebeamt

Erstmals wurde ein Konzert mithilfe der so genannten Wellenfeldsynthese-Technik aus dem Kölner Dom live an die TU Berlin übertragen. Diese neue Art der Klangerzeugung soll einen perfekten Sound vermitteln und hat den kleinen Hörsaal in eine riesige Kirche verwandelt - akustisch.

Von Sebastian Peters

Wer den Hohen Dom zu Köln kennt, der weiß: Hier findet man eine ganz besondere Akustik. Am Dienstagabend erfüllte Domorganist Winfried Bönig die Gewölbe mit Olivier Messiaens "Livre du Saint Sacrement", einer der bedeutendsten Orgelkompositionen des 20. Jahrhunderts. Doch nicht nur in Köln kamen zahlreiche Zuhörer in einen einzigartigen akustischen Genuss. Parallel verfolgten mehr als 600 Menschen im Hörsaal H 104 der Technischen Universität Berlin die Aufführung. Erstmalig wurde ein Konzert mithilfe der Wellenfeldsynthese-Technik in Echtzeit an einen anderen Ort übertragen und aufgeführt. Wer im Hörsaal die Augen schloss, glaubte, er säße wahrhaftig in den Reihen des Kölner Doms.

Akustischer Holografie-Effekt

Prof. Stefan Weinzierl vom Fachbereich Audiokommunikation an der TU Berlin erklärt die Funktionsweise: "Wir arbeiten hier nicht mit einzelnen Lautsprechersignalen wie beispielsweise bei einer Stereoanlage, sondern mit virtuellen Schallquellen." Die Schallquelle ist nicht, wie bisher üblich, der Lautsprecher selbst, sondern entsteht virtuell durch die Überlagerung verschiedener Schallwellen. Weinzierl: "Eine Software berechnet automatisch, welche Lautsprecher abstrahlen müssen, um diese virtuelle Schallquelle an einem bestimmten Punkt im Raum entstehen zu lassen." Diese Technik erzeugt einen akustischen Holografie-Effekt, die authentische Reproduktion beispielsweise der Akustik des Kölner Doms.

Dazu bedarf es einer Vielzahl von Lautsprechern. Der Hörsaal 104 der TU Berlin ist seit 2007 mit der größten Wellenfeldsynthese-Installation der Welt ausgestattet. Ein 86 Meter langes Band von 2700 Lautsprechern umsäumt den Raum. Den Hörern in Berlin entstand so ein Klangbild des Messiaen-Konzerts, das dem zur selben Zeit stattfindenden Konzert im Kölner Dom in all seinen akustischen Features beinah 1:1 glich. Einfach war es keinesfalls, ausgerechnet die Akustik des Kölner Doms als Vorlage für die erste akustische Live-Holographie zu verwenden. Weinzierl: "Besonders die drei Orgelwerke die an verschiedenen Orten im Dom stehen, sind eine besondere Herausforderung.

24 Kanäle für guten Ton

Die Schwalbennestorgel steht in 30 Metern Höhe, die Chororgel im vorderen Kirchenbereich und die beiden Fanfarenregister am Eingang - "man ist dort quasi völlig eingehüllt vom Klang." Der Hörsaal 104 der TU Berlin steht in keinem Größenverhältnis zum gigantischen Dom mit seinen 150 Metern Länge und 40 Metern Höhe. Bis zu acht Sekunden Nachhall haben Töne im Dom. Diesen Klang in einem virtuellen Schallfeld in einem gänzlich anderen Raum nachzuempfinden, sei ein echter Härtetest für das Wellenfeldsynthese-System.

Auf insgesamt 24 Kanälen wurde der Ton für die Übertragung des Konzerts im Dom abgenommen. "Wir mussten etwas nachhelfen, weil der Kölner Dom nicht an einer breitbandigen Internetverbindung hängt", so Weinzierl lakonisch. Ein Richtlaser auf dem Südturm der Kathedrale sendete das Signal zur gegenüberliegenden Kunsthochschule für Medien und wurde von dort per Internetstream nach Berlin übertragen.

Noch zur Generalprobe am Tag vor dem Konzert hatte das zu Problemen geführt: Aufgrund des schlechten Kölner Wetters war genau diese Datenlaser-Verbindung gestört. Doch am Dienstagabend lief (fast) alles glatt. Kurze Tonausfälle in Berlin konnten der Begeisterung des Publikums keinen Abbruch tun.

Technik hat sich noch nicht durchgesetzt

Viele der Besucher waren sich einig: Man kann nicht jedes Konzert der Welt besuchen. Mit Hilfe der Wellenfeldsynthese ein authentisches Konzerterlebnis an einem anderen Ort haben zu können, sei eine echte Bereicherung. Bisher hat sich die aufwändige Technik jedoch noch nicht durchgesetzt.

Weltweit gibt es nur ein einziges Kino, welches über die komplizierte Audio-Ausstattung verfügt: Die Linden-Lichtspiele im thüringischen Ilmenau. Doch tatsächlich gibt es noch keinen einzigen Kinofilm, der in einem entsprechenden Format zur Verfügung steht, erzählt eine Sprecherin des Kinos. "Wer die Wellenfeldsynthese-Technik hier einmal erleben möchte, kann das mithilfe eines kurzen Trailers. Auf Wunsch spielen wir diesen vor dem eigentlichen Film ab."

Durchbruch in zehn Jahren denkbar

Perspektivisch, glaubt Professor Weinzierl, wird es schwierig bleiben, Filmproduzenten auf ein entsprechendes einheitliches Kinoformat festzulegen. Spannend würde er es aber durchaus finden, die Reaktion der Kinozuschauer auf diese Form des akustischen Genusses zu erleben: "Man könnte die Bombe im Film akustisch in der Mitte des Kinos explodieren lassen. Ich denke dann wird man ein ähnliches Phänomen haben wie zu den Anfangszeiten des Films als Leute aus den Zirkuszelten in Paris, schreiend herausgerannt sind, weil sie, als der Zug auf der Leinwand auf sie zu fuhr, nicht mehr unterscheiden konnten, was Fiktion ist und was Realität."

Heute renne niemand mehr aus den Kinos heraus, so Weinzierl: "Man hat sich an derlei Effekte gewöhnt. Das Gleiche wird mit den Neuen Medien wie der Wellenfeldsynthese auch passieren". Er ist sicher, dass sich die akustische Holografie auch in den Wohnzimmern etablieren könnte: "Die entsprechenden Computersysteme werden zunehmend leistungsfähiger, und vor allem preiswerter werden. Darüber hinaus gibt es schon heute Lautsprecher, die wie Tapeten aussehen. Somit ist also durchaus vorstellbar, sich das heimische Wohnzimmer mit 100 Lautsprechern zu verkleiden und zum Beispiel den Gesprächspartner am Telefon akustisch einen Meter vor sich selbst in den Raum zu projizieren." Aktuell gebe es zwar noch keine kommerziellen Systeme, in fünf bis zehn Jahren sei das aber durchaus denkbar.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.