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Warentest zu Nuss-Schokoladen Lindt liegt vorn, Ritter Sport ist "mangelhaft"

Fast zehn Kilo Schokolade nascht jeder im Schnitt pro Jahr
Fast zehn Kilo Schokolade nascht jeder im Schnitt pro Jahr
© Colourbox
Stiftung Warentest hat Schokolade mit Nüssen getestet, drei Tafeln fielen durch. Ritter Sport protestiert, doch die Tester bleiben bei ihrer Beurteilung: Der Hersteller habe bei den Zutaten getäuscht.

Unschöne Bescherung für Ritter Sport, Kaufland und Rapunzel: Die Nuss-Schokoladen der drei Hersteller fielen im aktuellen Vergleich der Stiftung Warentest mit "mangelhaft" durch, weil die Zutaten falsch angegeben sind. Von den 26 getesteten Schokoladen schnitten neun "gut", zehn "befriedigend" und vier "ausreichend" ab.

Bei Ritter Sport ist aus Sicht der Tester die Bezeichnung "natürliches Aroma" irreführend, weil der Aromastoff Piperonal chemisch hergestellt werde. Auch bei der Kauflandschokolade K-Classic bemängeln die Prüfer eine falsche Aromaangabe: Die Schokolade enthalte nicht nur Vanilleextrakt, sondern auch synthetisches Vanillin. In der Bio-Schokolade von Rapunzel fanden die Tester 28 Prozent weniger Haselnüsse als angegeben. Die angegebene Menge von Vollrohrzucker und Rohrzucker stimmte ebenfalls nicht.

Ritter Sport ist entsetzt

Ritter Sport reagierte auf das Urteil "mit Entsetzen". Man könne die Einschätzung der Stiftung Warentest nicht teilen, heißt es in einer Stellungnahme. Das Aroma sei natürlichen Ursprungs und werde ausschließlich auf natürlichem Wege gewonnen. "Die von uns verwendete Produktdeklaration entspricht damit allen gesetzlichen Anforderungen in vollem Umfang."

Die Stiftung Warentest bleibt dagegen bei ihrer Beurteilung: "Piperonal wird mit chemischer Oxidation hergestellt. Das ist für die Bezeichnung natürliches Aroma nicht mit europäischem Recht vereinbar", sagt Projektleiterin Birgit Rehlender stern.de. Kaufland nahm sein Produkt bis zur Klärung der Vorwürfe aus dem Verkauf. Rapunzel erklärte, es sei der korrekte Anteil an Haselnüssen dosiert gewesen, es könne aber aus technischen Gründen zu Schwankungen kommen. Zudem kündigte Rapunzel an, die Hinweise auf der Verpackung bezüglich des Zuckergehaltes zu ändern. Ein Gesundheitsrisiko besteht aber bei allen drei mangelhaften Schokoladen nicht.

Testsieger wurde die Lindtschokolade "Ganznuss mit Piemonteser Haselnüssen". Ebenfalls "gut" waren die Produkte von Feodora, Hachez, Vivani und Aldi. Bei den Schokoladen mit gehackten Nüssen siegte Swiss + Confisa. Maßgeblich für die Gesamtnote war vor allem die sensorische Beurteilung, also Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl der Schokoladen. Außerdem spielten Schadstoffe, Deklaration, Verpackung und mikrobiologische Qualität eine Rolle. Im Gegensatz zum letztjährigen Test von Schokolade in Adventskalendern hielt sich diesmal die Schadstoffbelastung bei allen Produkten im Rahmen.

Den vollständigen Test gibt es gegen Gebühr unter test.de/schokolade.

Daniel Bakir

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