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Impfschutz für die Ferne: Bei diesen Krankenkassen bleiben Sie auf den Kosten für Reiseimpfungen sitzen

Tollwut, Typhus oder Hepatitis: Auf den Kosten für Reiseimpfungen bleibt niemand gern sitzen. Ein Test von "Finanztest" zeigt aber: Vor allem große Krankenkassen knausern bei der Erstattung. 

Kosten für die Reiseimpfung: Was übernimmt die Krankenkasse?

Kosten für die Reiseimpfung: Was übernimmt die Krankenkasse?

Fernreisen gehen ganz schön ins Geld: Flugtickets, Hotelkosten und Reiseimpfungen zehren am Urlaubsbudget. Vor allem der letzte Kostenpunkt sollte nicht unterschätzt werden. Je nach Reiseziel kommen schnell beträchtliche Summen zusammen. Für Reisende, die sich zum Beispiel längere Zeit in Thailand aufhalten möchten, empfiehlt das Auswärtige Amt derzeit vier Impfungen: neben dem Standardprogramm sind das Hepatitis A/B, Tollwut, Japanische Enzephalitis und Typhus.

Gut, wer die Kosten für die Immunisierung von seiner Krankenkasse erstattet bekommt. Denn allein der Impfschutz für die Viruserkrankung Japanische Enzephalitis beläuft sich auf 180 Euro. Für das Kombipaket Hepatitis A/B sind sogar 240 Euro fällig.

Reiseimpfungen: Große Krankenkassen geizen bei der Rückerstattung

Die Zeitschrift "Finanztest" hat in ihrer aktuellen Ausgabe untersucht, welche Kassen bei der Rückerstattung besonders spendabel sind - und welche eher geizig. Dabei zeigt sich: Es sind vor allem große Kassen, die ihre Versicherten auf den Kosten sitzen lassen.

Wenig freigebig sind laut "Finanztest" die Kassen Barmer, AOK Baden-Württemberg und AOK Bayern. Sie zahlen lediglich 50 bis 100 Euro für Reiseimpfungen. Die AOK-Ableger ziehen das Geld zudem von einem Budget für Extraleistungen ab. Versicherte der KKH bekommen schlicht gar keine Kosten für Reiseimpfungen erstattet.

Das ist ärgerlich, doch rein rechtlich sind Krankenkassen zu keiner Kostenerstattung verpflichtet: Reiseimpfungen zählen laut "Finanztest" zu den Extras, die Kassen anbieten können, aber nicht müssen.

Dennoch zeigen sich von den 25 untersuchten Krankenkassen immerhin 13 großzügig: Sie übernehmen die Kosten für Reiseimpfungen bei Erwachsenen komplett - vorausgesetzt, sie werden von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen. Zu diesen Kassen zählen unter anderem TK und Knappschaft. In einigen Fällen reicht es bereits, beim Impfen die Krankenkassenkarte vorzulegen. Alternativ gehen Kunden in Vorleistung und reichen die Rechnung im Anschluss bei der Kasse ein.

Einige Kassen übernehmen Malaria-Prophylaxe

Besonders erfreulich: Bestimmte Krankenkassen übernehmen zusätzlich zu den von der Stiko empfohlenen sogar die Kosten für ein Medikament zur Malaria-Prophylaxe und die Impfung gegen Japanische Enzephalitis. Dazu zählen laut "Finanztest" die Audi BKK, Big direkt gesund, HEK, Knappschaft, TK und Viactiv.

Allein wegen der Übernahme von Reisekosten sollte jedoch niemand die Krankenkasse wechseln, rät "Finanztest". Wer jedoch schon länger unzufrieden mit den Leistungen seiner Kasse ist, könnte eine anstehende Fernreise als Anlass nehmen, über einen Wechsel nachzudenken.

Beiträge und Extraleistungen von 75 gesetzlichen Krankenkassen finden Sie unter test.de/Krankenkassen. Zusätzlich hat "Finanztest" ein Themenpaket rund um das Thema Impfen zusammengestellt.


ikr
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