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gefährliche Salmonellenresistensen: Vorsicht vor "S. Kentucky"

Eigentlich galten Salmonellen als ungefährlich - eine einfache Behandlung mit Antibiotika vertrieb die Bakterien wieder aus dem Körper. Durch Mutationen gibt es jetzt mehr Salmonellen die Resistenzen entwickelt haben. Für betroffene Patienten kann dies lebensgefährlich sein.

In Europa und den USA sind neue Salmonellen-Erreger identifiziert worden, die gegen herkömmliche Antibiotika resistent sind. Das Bakterium "S. Kentucky" sei zwischen 2002 und 2008 bereits an fast 500 Erkrankten in Frankreich, Dänemark, England und Wales nachgewiesen worden, heißt es in einer am Mittwoch im "Journal of Infectious Diseases" veröffentlichten Studie europäischer Wissenschaftler.

Ausgangspunkt des Erregers war der Studie zufolge Ostafrika, von wo aus er sich rasant ausbreitete. Nationale und internationale Gesundheitsbehörden müssten Maßnahmen ergreifen, bevor sich der Erreger weltweit festsetze, warnten die Forscher. Die Tatsache, dass etwa zehn Prozent der europäischen Patienten in letzter Zeit nicht gereist seien, lasse eine Ansteckung innerhalb Europas vermuten. Die meisten Infektionen würden jedoch durch verseuchte importierte Lebensmittel verursacht.

Nahezu zeitgleich meldeten die USA den landesweiten Ausbruch einer Salmonellen-Infektion mit 77 Erkrankungen und einem Todesfall. Das die Krankheit verursachende Bakterium "S. Heidelberg" sei ebenfalls gegen Antibiotika resistent.

Jährlich 1,7 Millionen Salmonellenpatienten in Nordamerika

Salmonellen-Erkrankungen sind ein weltweites Gesundheitsproblem. Die Verbreitung der Infektion wird durch mangelnde Hygiene beim Zubereiten von Speisen verursacht. Typische Krankheitssymptome sind Fieber und Magen-Darm-Infektionen. Bei älteren Menschen und Patienten mit geschwächten Immunsystem kann die Erkrankung tödlich verlaufen. In Nordamerika erkranken jährlich etwa 1,7 Millionen Menschen an Salmonellen.

Französische Forscher, die federführend an der europäische Studie beteiligt waren, berichteten von einem Anstieg der durch das "S.-Kentucky"-Bakterium verursachten Salmonellen-Erkrankungen. Seien 2002 lediglich drei Fälle registriert worden, habe es 2008 bereits 174 Erkrankte gegeben. Üblicherweise werden schwere Salmonellen-Infektionen mit Antibiotika aus der Klasse der Fluoroquinolone behandelt. Bekanntestes Präparat ist der von Bayer entwickelte Breitband-Antibiotikum Ciprofloxacin, das aber mittlerweile den Patentschutz verloren hat und als Generikum verfügbar ist. Auch gegen solche schweren Geschütze unter den Antibiotika sind "S.-Kentucky"-Stränge resistent.

ono/AFP/Reuters / Reuters

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