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Geschlechtskrankheiten: Gefahr beim Sex: Was sind Chlamydien und wie fängt man sie sich ein?

Lange Zeit waren sie aus dem Gedächtnis der Menschen verschwunden. Jetzt sind sie wieder auf dem Vormarsch: Geschlechtskrankheiten. Wo kommen sie her? Wie erkennt man sie? Teil 2 unserer Serie: Chlamydien.

Unterschätzte Gefahr: Chlamydien

Unterschätzte Gefahr: Chlamydien

Eine Infektion mit Chlamydien bleibt oft unbemerkt. Die Bakterien verursachen nur selten oder kaum Symptome. Betroffene merken oft nicht, dass sie die Erreger in sich tragen – und an ihre Partner weitergeben. Das macht die Bakterien so tückisch. Chlamydien zählen zu den am häufigsten durch Sex übertragenen Infektionen in Deutschland. Man geht davon aus, dass sich jährlich 300.000 Menschen mit den Bakterien anstecken.

Eine unbemerkte Infektion kann Folgen haben: Unfruchtbarkeit zählt dazu, oder ein erhöhtes Risiko für spätere Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaften. Doch das muss nicht sein. Wird der Erreger früh erkannt, sind Chlamydien gut zu behandeln. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wie kann man sich mit Chlamydien anstecken?

Durch ungeschützten Sex: Vaginal-, Anal- oder Oralsex. Ansteckend sind laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung alle mit Chlamydien besiedelten Schleimhäute und die jeweiligen Körperflüssigkeiten wie Sperma, Urin, Vaginalsekret und Lusttropfen. Deswegen kann auch das gemeinsame Benutzen von Sexspielzeugen zu einer Infektion führen.

Was passiert dann?

Oft bemerken Betroffene nicht, dass sie sich mit Chlamydien angesteckt haben, weil die Erreger kaum Beschwerden hervorrufen. Treten Symptome auf, ist das ein bis drei Wochen nach Ansteckung der Fall: Betroffene spüren ein Brennen beim Wasserlassen und bekommen Ausfluss. Dieser kann wässrig oder eitrig sein. Auch Juckreiz und Schmerzen beim Sex können auf Chlamydien hindeuten.

Was bewirken Chlamydien im Körper?

Bei Frauen führen Chlamydien zu einer Entzündung der Schleimhaut des Gebärmutterhalses. Die Infektion kann sich auch auf Eileiter, Eierstöcke oder Organe des kleinen Beckens ausbreiten. Als Folge der Infektion können die Eileiter verkleben, was betroffene Frauen unfruchtbar machen kann. Das Risiko für Eileiterschwangerschaften oder Frühgeburten ist erhöht. 

Auch Männer können durch Chlamydien potenziell unfruchtbar werden: Zu den Spätfolgen einer unbehandelten Infektion zählen Entzündungen der Prostata, der Samenleiter und der Nebenhoden.

Wie kann man Chlamydien behandeln?

Die Bakterien sind gut mit einem wirksamen Antibiotikum zu behandeln. Die Dauer der Therapie richtet sich nach den betroffenen Körperstellen und dauert in der Regel zwischen zehn und zwanzig Tagen. Werden Chlamydien früh erkannt, können chronische Verläufe und Spätfolgen vermieden werden. Auch der Partner sollte mitbehandelt werden. So lässt sich eine erneute gegenseitige Ansteckung vermeiden.

Chlamydien und Schleimhautzellen in einer Mikroaufnahme

Chlamydien und Schleimhautzellen in einer Mikroaufnahme

Wie kann man sich vor Chlamydien schützen?

Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Doch das Benutzen von Kondomen senkt das Risiko einer Infektion.

Gibt es Möglichkeiten der Früherkennung?

Die Krankenkassen übernehmen einmal im Jahr die Kosten für einen Chlamydientest bei Frauen unter 25 Jahren. So sollen mögliche Spätfolgen einer unentdeckten Infektion vermieden werden. Wer sich testen lassen möchte, muss einen Urintest abgeben. Das Ergebnis liegt meist innerhalb weniger Tage vor. Auch Männer können sich beim Urologen auf Chlamydien testen lassen.

Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Frauenärzte im Netz


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ikr

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