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Nach Diskussionen um Vakzin Hausarzt: Nachfrage nach Astrazeneca hoch, könnten noch mehr verimpfen

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Misstrauisch steht so mancher in Deutschland dem Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca gegenüber. Dänemark hatte zuletzt gar erklärt, das Vakzin wegen Thrombose-Gefahr nicht mehr einzusetzen. Damit das Vakzin in Deutschland nicht wie Blei in den Regalen liegt, haben drei Bundesländer nun die Impfreihenfolge für dieses Mittel außer Kraft gesetzt. So auch Bayern. Nachfrage bei Internist Dr. Friedrich Kiener in Unterschleißheim bei München. Wie läuft's mit AstraZeneca? "Wir hatten ein großes positives Moment hier: Wir hatten ganz viele Anrufe und viele E-Mails, weil die Telefonanlage natürlich überlastet war und akute Anfragen auf eine Impfung. Das heißt, wir haben auch genügend Patientinnen und Patientinnen, die sie mit dem AstraZenica-Impfstoff gerne impfen lassen." Und da wäre noch mehr möglich, sagt Dr. Kiener. "Wir könnten 200 Impfstoffe pro Woche uns wünschen, bestellen. Bekommen haben wir bisher leider nie mehr als pro Woche 96. Also wir hatten in der ersten Woche 96 Impfstoffe bekommen, in der zweiten 36 und gestern hatten wir 30 Impfstoffe geliefert bekommen." Wer sollte denn nun geimpft werden, nach den Hochbetagten und den Menschen über 60? "Jetzt kommen, meines Erachtens auch wichtig, die Leute, die potenziell die Überträger sein könnten. Das sind ja jüngere Leute, die täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in ihre Arbeit fahren oder sich auch sonst wesentlich mehr von ihrem Aktionsradius in der Gesellschaft bewegen als der alte Mensch, der sagt, ich bleibe lieber zu Hause und lasse mir meine Einkäufe vom Nachbarn erledigen. Und deshalb halte ich es für sehr wichtig, dass jetzt auch die jungen Leute dran sind, die zwar nicht so stark daran erkranken, sollten sie Covid-19 infiziert sein, aber natürlich davon als Spreader zurückgehalten werden." Natürlich könne aber nicht einfach drauf los geimpft werden, so Dr. Kiener. "Die Patienten wollen mehr Informationen haben. Auch wir Hausärzte, die wir unsere Patienten kennen, müssen schon auch bei den Patienten unter 60 Jahren darauf achten, dass wir jetzt nicht übersehen, dass der da thrombotisches Ereignis in der Krankengeschichte, in der Anamnese war. Wenn dem so wäre, würden wir natürlich diesen Impfstoff bei solchen Patienten und Patientinnen nicht raten. Es gibt ja erfreulicherweise auch andere, die wir auch zur Verfügung haben. Aber ansonsten stellen sich genügend, eine genügend große Anzahl von Patienten zur Verfügung, oder bei uns auf der Liste zur Verfügung, die wir impfen können." Noch gilt die Impfreihenfolge, zumindest in den meisten Bundesländern und für die den Großteil der Impfstoffe. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zuletzt eine Aufhebung der Priorisierung für übernächsten Monat, also für Juni in Aussicht gestellt.
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Damit das Corona-Vakzin von Astrazeneca in Deutschland nicht wie Blei in den Regalen liegt, haben drei Bundesländer nun die Impfreihenfolge für dieses Mittel außer Kraft gesetzt. So auch Bayern.

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