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Fowler-Syndrom : Schwere Leidenszeit: Frau kann nach Nasen-Operation nicht mehr urinieren

Kim Macfarlane war eine begeisterte Fußballerin, bis ihr ein Ball die Nase brach. Sie ließ sie im Krankenhaus richten - und das hatte Folgen: Macfarlane leidet seitdem an einer extrem seltenen Krankheit.

Arzt Operation Katheter

Ärzte bei einer OP: Mehrere Eingriffe konnten der jungen Schottin nicht helfen

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Kim Macfarlane wünscht sich manchmal, dass sie nie versucht hätte, an den Ball zu kommen. Die Fußballerin war vor zwei Jahren noch Kapitänin der Frauen-Fußballmannschaft des schottischen Clubs Dunfermline Athletic. In einem Spiel flog ihr der Ball mit großer Wucht mitten ins Gesicht. Sie erlitt einen Nasenbeinbruch und musste sich die Nase im Krankenhaus richten lassen. Doch der normalerweise harmlose Eingriff hatte schwerwiegende Folgen. Die 23-Jährige erkrankte an dem extrem seltenen Fowler-Syndrom. 

Bei dieser Erkrankung funktioniert der Blasenmuskel nicht mehr. Die Folge: Die Erkrankten können nicht mehr urinieren. Das Fowler-Syndrom (genauer: Fowler-Christmas-Chapple-Syndrom) tritt nur bei einer unter einer Million Frauen auf, und das in der Regel nach der Geburt. Dass die Muskel-Fehlfunktion im Fall von Macfarlane nach einer Nasen-OP auftrat, lässt die Experten ratlos zurück, schreibt die schottische Tageszeitung "Daily Record".

Experten wissen keinen Rat

Für Macfarlane begann mit dem Tag der Operation ein wahres Martyrium. Fußballspielen ist seitdem nicht mehr möglich und ihren Job als Krankenpflegerin musste sie ebenfalls aufgeben, so der Bericht. 

Die Schwierigkeiten begannen unmittelbar nach dem Eingriff. Bevor sie das Krankenhaus verließ, wollte Macfarlane auf die Toilette gehen, war aber nicht in in der Lage zu urinieren, "obwohl ich mich fühlte, als würde ich platzen". Schließlich mussten ihr die Ärzte einen Katheter legen. Bis heute trägt sie den künstlichen Blasenausgang und einen kleinen Beutel, der den Urin auffängt.

Mehre Eingriffe bringen keine Besserung

Sie litt immer wieder unter starken Schmerzen. Der künstliche Blasenausgang verursachte weitere gesundheitliche und vor allem schwere psychische Probleme. Die junge Schottin unterzog sich seitdem weiteren Eingriffen, die aber keine Besserung brachten. Oft war ihre Verzweiflung so groß, dass sie Suizidversuche unternahm. Zuletzt versuchten die Ärzte im Januar dieses Jahres, den geschädigten Muskel durch eine Operation wieder funktionstüchtig zu machen, aber es trat keine Besserung ein. 

"Vielleicht wird meine Blase irgendwann ganz entfernt. Das hört sich gruselig an, aber es wird meine Lebensqualität verbessern", sagt Macfarlane heute. Ihr Kampf wird weitergehen. "Ich vermisse das Fußballspielen sehr und ich hoffe, dass ich irgendwann wieder auf dem Feld stehen kann, wenn sich mein Gesundheitszustand verbessert hat".

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