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Alte Seefahrer-Krankheit Mehrere Menschen in Australien an Skorbut erkrankt

Orangen liegen in einer Warenauslage - ihr Vitamin C kann Skorbut verhindern
In Australien haben sich mehrere Personen derart Vitamin-C-arm ernährt, dass sie offenbar an Skorbut erkrankten
© Picture Alliance
Skorbut kostete einst vielen Menschen das Leben. Heute kommt die Vitaminmangelkrankeit nur noch selten vor. Doch bei extrem schlechter Ernährung kann man noch immer daran erkranken - so geschehen in Australien.

Es ist eine Krankheit, die man eigentlich nur noch aus Erzählungen kennt: Skorbut war im 18. Jahrhundert besonders unter Seefahrern verbreitet, die sehr lange Zeit auf dem offenen Meer verbrachten. Das wohl bekannteste Symptom der Erkrankung ist starkes Zahnfleischbluten und der Verlust der Zähne. Auch Wunden heilen bei an Skorbut erkrankten Personen nur sehr schlecht.

Die Krankheit entsteht durch einen starken Mangel an Vitamin C, welches der Körper nicht selbst produzieren kann. Wie die Nachrichtenagentur Australian Associated Press (AAP) nun berichtet, wurden am Westmead-Krankenhaus im australischen Sydney gleich mehrere Fälle gemeldet, bei denen an Diabetes erkrankte Patienten offenbar auch an Skorbut litten. Der Grund: eine sehr schlechte Ernährung. Eine einfache Vitamin-C-Behandlung führte bei den Personen, die an nicht verheilenden Wunden litten, zu einer schnellen Heilung.

Skorbut-Betroffene ernährten sich schlecht

Offenbar hatten einige Betroffene über einen langen Zeitraum so gut wie kein Obst und Gemüse gegessen, bestätigte Jenny Gunton vom Westmead-Krankenhaus der AAP. Schlechte Ernährung ist in Australien kein Randphänomen: Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie, die AAP zitiert, würden nur 7 Prozent der Australier die empfohlene tägliche Menge an Gemüse konsumieren. Zudem essen nur knapp 50 Prozent die empfohlene Menge an Obst.

Tim McMaster, Sprecher des Australischen Verbands der Ernährungswissenschaftler sagte der Nachrichtenagentur, zwar handle es sich um vergleichsweise wenige Fälle, diese seien jedoch "beängstigend". Weiter gab er an, "die einzige Situation, in der eine solche Erkrankung eigentlich heutzutage noch auftreten kann, ist bei Personen, die lange Zeit im Krankenhaus verbringen und mehrfach operiert werden müssen. Oder bei Krebspatienten und Menschen, die an schweren Verbrennungen leiden, aber nicht in der Allgemeinbevölkerung."

amt

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