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Sport in der Schwangerschaft: Nationalspielerin zeigt sich mit Babybauch beim Training und erntet viel Kritik

Eine US-Fußballerin zog mit einem Foto den Unmut vieler Twitter-User auf sich. Es zeigte sie schwanger beim Training. Geht sie mit dem Sport ein zu hohes Risiko ein? Es gab gemischte Reaktionen.

Sydney Leroux

Sydney Leroux, rechts, vor ihrer Schwangerschaft in einem Ligaspiel für Orlando Pride im Juli 2018

Picture Alliance

Sydney Leroux ist einer der besten Fußballspielerinnen in den USA. Die 28-Jährige gebürtige Kanadierin spielt für "Orlando Pride" in der amerikanischen Profi Liga und für die US-Nationalmannschaft. Aktuell erwartet sie ihr zweites Kind mit Tom Dwyer, ebenfalls Fußballprofi. Die Schwangerschaft hält die Vollblutfußballerin nicht davon ab, ihrer Leidenschaft (und ihrem Job) nachzugehen. In der vergangenen Woche veröffentlichte sie bei Twitter Fotos, die sie beim Training zeigten. Unter dem Trikot gut sichtbar: ein Babybauch. Dazu schrieb die Stürmerin: "Ich hätte nicht gedacht, dass ich im fünften Monat schwanger in die Saisonvorbereitung starten würde, aber hier sind wir."

Der Post rief gemischte Reaktionen hervor. Kritische User merkten an, dass die Belastung ihr oder dem Kind schaden könne. Dazu würde Leroux ihr Baby im Mutterleib gefährden. Immerhin könnte es sein, dass sie einen Ball abbekomme oder gefoult werde. 

Zuspruch für Sydney Leroux von anderen Sportlern

Es gab aber auch positive Reaktionen. Unterstützung kam unter anderem von der türkischen Volleyballnationalspielerin Bahar Toksoy. Diese postete als Antwort an Leroux‘ Tweet ein Foto von sich im vollen Einsatz am Netz. Auch unter ihrem Trikot zeichnet sich eine deutlich sichtbare Wölbung ab. Dazu schrieb sie: "Auch ich hätte nicht gedacht, dass ich im vierten Schwangerschaftsmonat noch spielen würde, aber hier sind auch wir. Yeah, wir sind stärker als wir denken. Man-City-Profi Kyle Walker schrieb: "Und ich dachte, mit einem Krampf zu spielen wäre hart. Respekt, Sydney!"

Sydney Leroux selbst fühlte sich angesichts der vielfältigen Reaktionen offenbar zu weiteren Erklärungen genötigt. Sie vermeide jedes Risiko wie auch intensive Läufe, gehe Körperkontakten aus dem Weg und arbeite nur mit dem Ball, schrieb sie in einem weiteren Post. Und legte, nachdem die Kritik nicht verstummte, noch einmal nach: Sie werde fast ausschließlich von Männern kritisiert, die  - so lange diese nicht selbst die Erfahrung machten, ein Kind zu gebähren – besser schweigen sollten. Sie spiele auch auch nicht für das Geld, sondern weil es ihr Freude mache. 

Ist Sport in der Schwangerschaft riskant?

Wie riskant ist Sport in der Schwangerschaft? Experten der Sporthochschule Köln schreiben dazu: "In zahlreichen Studien wurde belegt, dass 'moderater' Sport in der Schwangerschaft für Mutter und Kind gesund ist." Es hätte sich demnach sogar ergeben, dass die Geburt bei aktiven Schwangeren komplikationsfreier verlaufen könne. Wichtig sei, dass die Frauen auf ihren Körper hören und sich Pausen gönnen, wenn nötig. Und: "Sportarten mit Wucht, Stoß, Schlag und Gewalt oder anderen heftigen Auswirkungen sollten prinzipiell gemieden werden."

Hinweis: Mehr Ratschläge der Experten zu Sport in der Schwangerschaft finden Sie hier.

Quellen: Twitter (@sydneyleroux), Deutsche Sporthochschule Köln

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