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Erkältungszeit Grippeimpfung: Für wen sie sich jetzt lohnt – und was es dabei zu beachten gilt

Eine Frau putzt sich draußen die Nase.
Experten fürchten eine enorme Grippewelle im Herbst und Winter. 
© georgeclerk / Getty Images
Sie hat begonnen, die Grippezeit. In Australien sind die Zahlen so schnell und stark angestiegen, dass nun auch deutsche Experten mit einer enormen Grippewelle rechnen. Ein guter Grund, sich mit der Grippeimpfung auseinanderzusetzen. 

Die Corona-Infektionszahlen steigen mit sinkenden Temperaturen wieder an. Aber Covid-19 ist nicht das einzige Virus, das den Experten in diesem Herbst und Winter Sorge bereitet. Auch die Grippewelle könnte in diesem Jahr besonders gravierend ausfallen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) appelliert deshalb auf Twitter dazu, sich gegen die Grippe impfen zu lassen.

Aber für wen ist die Grippeimpfung eigentlich empfehlenswert, was gilt es dabei zu beachten und wie wirksam ist die Impfung gegen Influenza überhaupt? Wir beantworten Ihnen die wichtigsten Fragen.

Grippeimpfung: Fragen und Antworten

Wer sollte sich jetzt gegen Grippe impfen lassen?

Ähnlich wie bei Corona gilt: Risikopatienten first. Die ersten Menschen mit chronischen Krankheiten haben ihre Grippeimpfung bereits bekommen. Auch Bürger, die das 60. Lebensjahr überschritten haben, sollten sich gegen Influenza impfen lassen.

Die Ständige Impfkommission (StiKo) empfiehlt die Grippeimpfung außerdem für Schwangere ab dem vierten Schwangerschaftsmonat, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und Menschen, die arbeitsbedingt viel Kontakt zu anderen Menschen haben.

Warum ist die Grippeimpfung in diesem Jahr so wichtig?

Die Grippewelle in Australien gibt Experten aus Deutschland Grund zur Sorge. In Down Under kam es im Winter zu einem sehr starken und schnellen Anstieg der Grippeinfektionen, inklusive einem erhöhten Aufkommen von Krankenhauseinweisungen der Betroffenen. Mediziner sprechen im schlimmsten Fall von einer “Twindemic“ – also einer parallel verlaufenden Corona- und Grippewelle.

Möglich macht ein solches Szenario die Tatsache, dass unser aller Immunsystem durch die Hygienemaßnahmen der letzten Jahre geschwächt und damit nicht auf Virusinfektionen vorbereitet ist. Statt der üblichen Menge an Antikörpern haben wir daher nur eine geringe Anzahl an Abwehrkräften, die uns gegen Grippe und Co. schützen.

Grippeimpfung: An wen Sie sich wenden können

Was sollte ich bei der Grippeimpfung beachten?

Wer sich gegen Grippe impfen lassen möchte, der muss dafür nicht selbst in die Tasche greifen. Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernehmen die Impfung in der Regel für alle Versicherten, für die eine Impfempfehlung ausgesprochen wurde. Geimpft wird jeder, der keine akute Virusinfektion mit Fieber über 38,5 Grad oder eine andere Krankheit hat, die gegen die Injektion spricht.

Neben der normalen Impfung, die in den Oberarm gespritzt wird, gibt es auch einen Lebensimpfstoff, der in Form eines Nasensprays initiiert wird. Dieser ist vor allem für Kinder und Jugendliche gedacht. Er darf nicht verabreicht werden, wenn die jungen Menschen an einer Immunschwäche oder Asthma leiden.

An wen wende ich mich für meine Grippeimpfung?

Grundsätzlich kann jeder Arzt eine Grippeimpfung durchführen. Auch Apotheken, Gesundheitsämter und Betriebsärzte impfen manchmal mit. Meistens bietet es sich an, sich an den eigenen Hausarzt zu wenden. Das hat vor allem den Vorteil, dass dieser in der Regel auch über etwaige chronische Erkrankungen oder Gegenanzeigen der Impfung Bescheid weiß und damit die beste Impfberatung bieten kann.

Kann ich die Grippe- und Corona-Impfung zusammen machen?

Es spricht nach Angaben der StiKo nichts dagegen, sich zeitnah gegen Grippe und Corona impfen zu lassen. Da die Impfstoffe auf unterschiedliche Art und Weise im Körper wirken, kommt das Immunsystem nach Einschätzung der Experten gut mit den beiden Wirkstoffen in Kombination klar.

Was außer der Impfung gegen Grippe hilft

Wie wirksam ist der aktuelle Grippeimpfstoff?

Der Grippeimpfstoff wird jedes Jahr auf die neuen Mutationen angepasst. In diesem Jahr hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf einen besonders wirksamen Schutz verständigt. Der Impfstoff enthält Antigene der aus der Südhalbkugel-Zirkulation bekannten Varianten für zwei Virusstämme von Influenza A sowie die zwei Influenza-B-Linien Austria und Phuket.

Für ältere und vulnerable Menschen gibt es außerdem einen noch wirksameren Impfstoff gegen Influenza. Dieser ist viermal so hoch dosiert wie der normale und soll dadurch besonders gefährdete Menschen vor einer dramatischen Infektion schützen. Insgesamt schützt die Grippeimpfung zu 30 bis 40 Prozent vor einer starken Grippe.

Wie kann ich mich sonst noch gegen Grippe schützen?

Auch der Grippeimpfstoff bietet damit keinen 100-prozentigen Schutz vor einer Infektion. Deshalb raten Experten weiterhin dazu, die Hygieneregeln einzuhalten und auf einen Mindestabstand zu anderen Menschen zu achten. Auch regelmäßiges Händewaschen und das Husten und Niesen in die Armbeuge kann das Risiko einer Infektion senken.

Quelle: Robert Koch Institut, Impfratgeber

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