HOME

H7N9-Erreger in China: Vogelgrippe-Virus breitet sich rasant aus

Mindestens 20 Menschen starben in China seit Anfang des Jahres an dem Vogelgrippe-Erreger H7N9. 20.000 Vögel wurden gekeult, Geflügelmärkte bleiben geschlossen.

Wegen einer neuen Infektionswelle mit der Vogelgrippe H7N9 raten Chinas Behörden den Bürgern Fieber zu messen. Menschen mit einer Temperatur von mehr als 38 Grad Celsius und Kontakt zu lebenden Vögeln sollten umgehend Krankenhäuser zur Kontrolle auf den Erreger aufsuchen, empfahl Chinas Zentrum für Seuchenbekämpfung unter Berufung auf zuständige Behörden am Dienstag.

In der ostchinesischen Provinz Zhejiang hatten die Behörden das Handelsverbot mit lebendem Geflügel bereits am Montag ausgedehnt: Neben Hangzhou sind zwei weitere Städte betroffen. Im benachbarten Shanghai sollen Geflügelmärkte zum chinesischen Neujahr am Donnerstag und Freitag geschlossen bleiben, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua mitteilte.

In Hongkong sollten am Dienstag 20.000 Vögel gekeult werden, nachdem H7N9 auf dem Geflügelmarkt Cheung Sha Wan festgestellt worden war. Der gesamte Markt werde anschließend nach den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für 21 Tage geschlossen bleiben, kündigte der Hongkonger Gesundheitsminister Ko Wing-man am Montag laut Mitteilung an.

Neue rasante Ausbreitung des Virus

Seit Jahresanfang sind mindestens 20 Menschen an dem Virus gestorben, rund 100 wurden infiziert, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Im März 2013 war der Erreger erstmals bei Menschen nachgewiesen worden. Monatelang hatte H7N9 nur noch selten zu Todesfällen geführt, zum Jahresende hatte sich das Virus jedoch wieder schnell ausgebreitet. Seit März sind nach Angaben des Zentrums für Seuchenbekämpfung insgesamt etwa 240 Menschen infiziert worden und mehr als 60 Patienten an dem Erreger gestorben.

Lebende Vögel gelten als die Hauptursache für Infektionen mit dem Erreger. "Es gibt keinen Hinweis auf eine dauerhafte Übertragung von Mensch zu Mensch", hatte die WHO am Montag mitgeteilt. Spezielle Kontrollen an Grenzen würde bisher nicht empfohlen, und es gebe bislang keine Reisewarnungen.

and/DPA / DPA

Wissenscommunity