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Coronavirus-Pandemie Impfstoff-Panne in Hannover: 21 Kinder aus Versehen mit Erwachsenendosis geimpft

Ein 8-jähriger Junge steht am Impfzentrum im Erlebnis-Zoo Hannover
Ein 8-jähriger Junge steht am Impfzentrum im Erlebnis-Zoo Hannover
© Julian Stratenschulte / DPA
In Hannover werden seit Mitte Dezember auch die Fünf- bis Elfjährigen geimpft. Dabei kam es in einem Impfzentrum zu einer Verwechslung mit der Erwachsenendosis – jedoch ohne gravierende Folgen.

Im Impfzentrum am Zoo in Hannover wurden 21 Mädchen und Jungen versehentlich mit dem Coronavirus-Impfstoff für Erwachsene geimpft. Eigentlich war für die Kinder der Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige vorgesehen, wie eine Sprecherin der Region Hannover am Montag mitteilte. Dieser hat eine deutlich niedrigere Konzentration als der für Erwachsene. Laut Einschätzung der leitenden Fachärztin des Gesundheitsamts, Marlene Graf, seien jedoch keine gravierenden Folgen zu erwarten.

Zunächst war von 42 betroffenen Kindern die Rede, die Zahl wurde jedoch später auf die Hälfte korrigiert. Laut einem Sprecher ergaben Überprüfungen, dass zwar 42 Spritzen fälschlicherweise mit Erwachsenenimpfstoff befüllt worden waren. Von diesen seien letztlich aber nur an Kinder 21 verimpft worden.

Hannover Regionspräsident: "Hätte nicht passieren dürfen"

"Mögliche Nebenwirkungen sollten sich nach unseren Erkenntnissen auf Lokalreaktionen und Fieberreaktionen beschränken. Medizinisch gesehen handelt es sich um eine nicht notwendige erhöhte Dosis des Impfstoffs, die sich nicht negativ auswirken dürfte", sagte Graf der Mitteilung zufolge. Alle Eltern der betroffenen Kinder seien von der Regionsverwaltung direkt telefonisch und per E-Mail informiert worden, hieß es weiter.

"Auch wenn keine gravierenden gesundheitlichen Folgen zu erwarten sind, so etwas hätte nicht passieren dürfen", erklärte Regionspräsident Steffen Krach (SPD). "Das darf sich auf keinen Fall wiederholen, wir müssen alle Abläufe nochmal überprüfen." Als erste Reaktion auf das Geschehen verschärfte die Region die Kontrollen im laufenden Betrieb des Kinderimpfzentrums. Ab sofort sei dort eine "zusätzliche medizinische Aufsichtsperson" tätig, deren ausschließliche Aufgabe es sei, die korrekte Zuteilung des Impfstoffs doppelt zu überprüfen. Dieses Verfahren werde zunächst so lange gelten, bis die gesamte Fehleranalyse abgeschlossen sei.

Seit Dezember werden in Deutschland Kinder dieser Altersgruppe mit dem Wirkstoff von Biontech und Pfizer geimpft, den die europäische Arzneimittelbehörde EMA Ende November zuließ. Die Dosierung ist niedriger als für Erwachsene oder Jugendliche, die Hersteller produzieren deshalb spezielle Chargen für die Kinderimpfungen.

Hinweis: In einer früheren Version des Artikel war von 42 betroffenen Kindern die Rede. Die Zahl ist nun korrigiert.

les AFP

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