Helden des Körpers Der Lymphknoten


Unser gesamter Körper ist von unzähligen kleinen Knubbeln durchsetzt. Sie heißen Nodi lymphatici, zu Deutsch: Lymphknoten. Jeder einzelne ist linsen- bis bohnengroß und platt und funktioniert wie eine Kläranlage.

Leicht milchig getrübte Lymphe fließt hindurch und wird von Abfallstoffen wie Mikroorganismen, Giften oder anderen Zellprodukten gereinigt. Außerdem hat jedes Knötchen eine wichtige Immunfunktion: Dringen Erreger in den menschlichen Körper, werden bestimmte Abwehrzellen alarmiert, um die Feinde zu vernichten. Damit sie aber wissen, gegen wen sie ins Feld ziehen sollen, müssen die Kämpfer die äußeren Merkmale des Erregers kennen lernen.

Das passiert im Lymphknoten. Bestandteile der eingedrungenen Bakterien oder Viren werden gesammelt und den Abwehrzellen wie ein Fahndungsfoto präsentiert. Diese können den Feind nun ausmachen und gegen ihn vorgehen. Der kleine Held des Immunsystems besteht aus drei Schichten: Kapsel, Rinde und Mark. Die Kapsel sendet feine Bindegewebsstränge ins Innere, die dort eine Art Gerüst bilden. In die Rinde sind Lymphbläschen gewebt, die Abwehrzellen, so genannte Lymphozyten, enthalten. Das Mark im Inneren bildet ein schwammartiges Maschenwerk namens Sinus, durch das die Lymphe strömt.

Über die zuführenden Lymphgefäße wird die Lymphe durch die Kapsel in den Lymphknoten geleitet und durchfließt Rinde und Mark über das Sinussystem. Durch die Austrittspforte verlässt die gereinigte Flüssigkeit den Knoten und fließt, angereichert mit Abwehrzellen, über das Lymphgefäßsystem durch den Körper. Einige der Kämpfer bleiben vor Ort und bekämpfen dort die fremden Erreger. Die meisten Knötchen finden sich an Kopf und Hals, in der Achselhöhle, im Brust - und Bauchraum sowie in der Leiste. Doch wir bemerken diese wichtigen Organe nur, wenn sie angeschwollen sind. Wir können sie dann, zum Teil schmerzhaft, unter der Haut ertasten: Bei einer Infektion vermehren sich die Lymphozyten, und die Knoten schwellen an. Vergrößerte Knötchen können auch auf Krebs hindeuten. Verschiedene Tumorarten streuen ihre Metastasen zuerst in die Lymphknoten. Manche, wie Morbus Hodgkin, befallen sie direkt.

Beate Wagner print

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