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Treuer Begleiter Todkranker Hund begleitet sein Frauchen vor den Altar – und stirbt kurz darauf

Kelly O'Connell und ihr Hund Charlie Bear waren 15 Jahre lang unzertrennlich
Kelly O'Connell und ihr Hund Charlie Bear waren 15 Jahre lang unzertrennlich
© Screenshot Instagram/jendzphotography
Fünf Monate vor ihrer Hochzeit erfährt Kelly O'Connell, dass ihr Hund Charlie an einem Gehirntumor leidet. Es beginnt ein Kampf um die Zeit - denn die Tierärztin hat nur einen Wunsch: Charlie soll sie zum Altar begleiten.

Labrador Charlie Bear hatte einen schweren Start ins Leben. Als Welpe wurde er in New York ausgesetzt, er lag in einem Einkaufswagen – mitten im Winter. Das wenige Wochen alte Tier kam in ein Tierheim, wo ihn Kelly O’Connell sah. Die damals 19-Jährige verliebte sich sofort in den schwarzen Welpen und adoptierte ihn. "Ich fühlte irgendwie, dass er zu mir gehört", sagte O’Connell gegenüber der "Washington Post". Fortan waren die beiden unzertrennlich.

Als Kelly ihren zukünftigen Ehemann James Garvin kennenlernte, zog Charlie Bear mit in die gemeinsame Wohnung. Und auch für die Hochzeitsfeier im September war der Familienhund fest eingeplant. Doch fünf Monate vor der Hochzeit entdeckten Ärzte einen Gehirntumor bei dem mittlerweile 15 Jahre alten Rüden. Sein Zustand verschlechterte sich rapide – und niemand wusste, wie lange der Labrador noch zu leben hatte.

Kurz vor der Hochzeit sollte Charlie eingeschläfert werden – doch dann erholte er sich

"Eine Woche vor der Hochzeit hatte ich einen Termin ausgemacht, um ihn einschläfern zu lassen", berichtet O’Connell, die als Tierärztin arbeitet, gegenüber der "Washington Post". "Er hatte fünf Krampfanfälle und wir dachten uns nur 'Das ist zu viel, ich kann ihm jetzt nicht mehr helfen'." Doch Charlie Bear erholte sich wieder. "Es war, als würde er sagen 'Nein, ich möchte das sehen'."

Charlie Bear begleitete sein Frauchen auf ihre Hochzeit. Er saß neben dem Altar, als sich Kelly und James Garvin das Jawort gaben. Nur für den Rückweg fehlten ihm die Kräfte. Also hob ihn Kelly O’Connells Schwester – die Trauzeugin – auf und trug ihn zurück.

Die Fotografin Jen Dziuvenis hielt den einzigartigen Moment fest. "Das war für mich einer der größten Ausdrücke von Liebe, die ich bislang gesehen habe", schreibt sie auf Instagram. "Tränen. So viele Tränen."

"Du hast es geschafft, Kumpel. Du hast es geschafft."

Im Anschluss versammelte sich die Hochzeitsgesellschaft um den Labrador. "Die ganze Familie (und auch die Fotografin) weinten sich die Augen aus", berichtet Dziuvenis weiter. "Die Liebe, die diese Menschen für ihre Tiere haben, ist genug, um jedermanns Glauben an die Menschheit wiederherzustellen." Auch Kelly  O'Connell erinnert sich gern an den emotionalen Moment: "Ich habe immer wieder gesagt: "Du hast es geschafft, Kumpel. Du hast es geschafft'."

Natürlich habe sie sich auch Sorgen gemacht, dass sie dem kranken Tier vielleicht zu viel zugemutet habe, sagte O'Connell der "Washington Post". "Aber trotz dieses Gefühls, habe ich den Eindruck, dass er auf den Fotos glücklich wirkt – besonders auf den Bildern, auf denen er von Blumen umgeben ist."

Charlie starb wenige Tage nach der Hochzeit, er wurde eingeschläfert. Für Fotografin Jen Dziuvenis kein Grund zur Trauer: "Er wurde herrenlos in einem Einkaufswagen gefunden und durfte 15 Jahre mit Menschen zusammenleben, die ihn liebten. Wir alle sollten darüber sehr glücklich sein."

ikr

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