VG-Wort Pixel

Empfehlungen vorgelegt Impfstoff gegen Coronavirus: Wer zuerst geimpft werden soll

Experten fordern bevorzugte Corona-Impfung für besonders gefährdete Menschen
Experten fordern bevorzugte Corona-Impfung für besonders gefährdete Menschen
© Bernd Wüstneck / DPA
Schon bald könnte ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen. Doch wer soll zuerst damit geimpft werden? Dafür gibt es nun erstmals konkrete Vorschläge. 

Wer wird nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs zuerst geimpft? Nach Ansicht eines Experten-Gremiums sollen das in Deutschland Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeheimen sein. Ebenso sollen Menschen in Schlüsselstellungen in der Gesellschaft und für die öffentliche Ordnung zuerst geimpft werden, also Mitarbeiter von Gesundheitsämtern, Polizisten, Feuerwehrleute, Lehrer und Erzieher, wie die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, am Montag in Berlin mitteilte. Auch Menschen, die etwa in Heimen für Obdachlose oder Asylbewerber sehr beengt untergebracht seien, sollten dazuzählen. Noch seien genaue Feststellungen zur Priorisierung nicht getroffen, also nicht alle Gruppen genau identifiziert. Es fehlten dazu noch Daten. "Sehr alte Patienten (...) haben mit Abstand die höchste Risikokonstellation", betonte Buyx aber.

Empfehlung, keine Entscheidung

Die nun auf den Weg gekommenen Empfehlungen der Wissenschaftler sei noch keine Entscheidung, wie der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, erläuterte. "Die Priorisierung muss von den Verantwortungsträgern der Politik festgesetzt werden auf Basis der Empfehlungen." Die letzte Priorisierung müssten diejenigen vor Ort treffen, "die die Spritze führen". Mertens kündigte an, es solle dokumentiert werden, wer wann womit geimpft wurde, um etwaige Nebenwirkungen zu bemerken und den Impfeffekt zu messen. Die Daten könnten zur Gewährleistung des Datenschutzes pseudonomysiert werden.

Buyx zeigte sich zuversichtlich, dass sehr bald ein Impfstoff zur Verfügung stehen werde. Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Gerald Haug, zeigte sich optimistisch, dass im kommenden Jahr wesentliche Schritte zum Sieg über die Pandemie möglich seien. Allerdings müssten die Vorsichtsmaßnahmen wie Kontaktbeschränkungen vorerst dringend weiter eingehalten werden.

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech hat heute auch vielversprechende Daten zu einem möglichen Corona-Impfstoff veröffentlicht, der sich in der entscheidenden Studienphase befindet. Das Unternehmen teilte auf Basis vorläufiger Daten mit, dass die Impfung einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 bietet. 

ikr DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker