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Kampagne hinkt 2,9 statt 6,5 Millionen Dosen: Ärzteverband fordert zuverlässige Impfstoff-Lieferungen

Spritze mit einer Booster-Impfdosis
Erneut kommt die Impfkampagne in Stocken. Hausärzte fordern Verlässlichkeit bei der Lieferung der Vakzine.
© Getty Images
30 Millionen Booster-Impfungen bis Weihnachten – das war das große Ziel der Regierung. Ganz unrealistisch ist dieses Ziel nicht, doch ohne Impfstoff geht nichts. Ärzte beklagen fehlende Lieferungen.
beklagen Ärzte Probleme beim Nachschub der Impfstoffe.

Der Impfstoff-Mangel schien das Problem der ersten Impfkampagne in Deutschland gewesen zu sein. Doch die Booster-Impfungen scheinen erneut ihre Probleme mit sich zu bringen. Ärzteverbände beklagen einen Mangel an Verlässlichkeit bei der Lieferung von Corona-Impfstoffen.

"Inzwischen sind 14 Millionen Menschen in Deutschland geboostert, davon 10 Millionen in den Praxen. Bei diesem Tempo ist das Ziel von 30 Millionen Impfungen bis Weihnachten nicht völlig unrealistisch", sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

"Impffortschritt durch die Politik ausgebremst"

Der Impffortschritt werde aber durch die Politik ausgebremst. Für die Impfungen in dieser Woche hätten Vertrags- und Betriebsärzte sowie der Öffentliche Gesundheitsdienst zusammen rund 6,5 Millionen Dosen Biontech-Impfstoff bestellt. "Geliefert werden wohl aber nur 2,9 Millionen Dosen und damit weniger als die Hälfte", sagte Gassen.

Auch der Deutsche Hausärzteverband kritisierte die aktuelle Lage. "In den letzten Wochen hinkte die Impfkampagne leider deutlich hinterher, weil es versäumt wurde, für die große Nachfrage an Impfungen genügend Impfstoff zu bestellen", sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt dem RND. Grundvoraussetzung für den Erfolg der Impfkampagne sei aber gerade, dass die Hausarztpraxen die bestellte Menge an Impfstoff vom jeweiligen Hersteller zu dem festgelegten Zeitpunkt auch zuverlässig erhielten.

Spahn entschuldigt sich für Frust

Der scheidende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) versicherte am Dienstagabend noch einmal, dass es genügend Impfstoff gebe, um in den nächsten Wochen das Ziel von 30 Millionen Impfungen zu erreichen. Auf die Frage nach fehlendem Impfstoff in den Arztpraxen sagte er im ZDF-"heute-journal", er verstehe, dass es im Alltag Frust und Wut gebe. "Dafür kann ich mich nur entschuldigen." 

Geboostert wird mit den Mitteln von Biontech und Moderna, wobei der Bund für Biontech kürzlich bis auf weiteres Bestell-Obergrenzen einführte - denn für den bisher am häufigsten genutzten Impfstoff leeren sich die Lager schnell. In vielen Praxen wirbelte das aber schon Terminplanungen durcheinander.

pgo DPA

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